Weltweit haben die Verbraucher wieder grösseres Vertrauen in ihre Volkswirtschaften und den Arbeitsmarkt und äussern mehr Zuversicht was ihre persönliche finanzielle Situation betrifft. Dies zeigt der 2005 von ACNielsen gestartete Consumer Confidence Index, der im internationalen Durchschnitt von 92 Punkten im Mai 2005 auf 98 Punkte im November zulegte. Zu dieser Zunahme trugen zwei Drittel der untersuchten Länder bei. Für seine globale Online-Studie befragte das Marktforschungsunternehmen ACNielsen im November 2005 per Internet 23'500 Verbraucher in 42 Ländern.
Am meisten Optimismus demonstrieren die Konsumenten in Nordamerika (Indexwert 107 Punkte), gefolgt von Asien-Pazifik (101 Punkte) und Lateinamerika (99 Punkte), während Europa mit einem Wert von 95 Punkten das Schlusslicht bildet. In der Schweiz liegt der Index bei 98 Punkten, also über dem europäischen Schnitt. In Deutschland erreicht der Consumer Confidence Index nur 89 Punkt. Gegenüber dem Wert vom Mai 2005 konnte der Index in der Schweiz um fünf Punkte zulegen, die Steigerung in Gesamteuropa lag bei vier Punkten.
Unterschiedliche Ansichten zu Finanzlage und Berufschancen
Eine Entspannung des Arbeitsmarktes und eine Verbesserung der persönlichen Finanzlage ist in den USA und in Kanada festzustellen: Hatten dort im Mai 2005 nur 54 Prozent der Befragten Optimismus hinsichtlich guter oder sogar exzellenter Berufsaussichten für die kommenden 12 Monate geäussert, sind es im November bereits 68 Prozent. Zudem sind in Nordamerika inzwischen mehr Konsumenten der Ansicht, dass jetzt der richtige Zeitpunkt zum Erwerb von Dingen sei, die sie gerne haben möchten oder brauchen. Gleichzeitig setzen sie auf eine positive Entwicklung ihrer persönlichen finanziellen Situation.
Auch in Europa sehen die Konsumenten Licht am Ende des Tunnels: So hat das Verbrauchervertrauen in der Hälfte der 20 untersuchten Länder zugenommen. In der Rangliste der vertrauensstärksten Nationen der 'alten Welt' wurde der bisherige Spitzenreiter Irland von Norwegen und Dänemark abgelöst, wo die Hoffnungen auf bessere Berufsaussichten in den letzten Monaten enorm gestiegen sind. Schlusslichter bilden die Nationen Portugal und Frankreich. Das Verbrauchervertrauen in der Schweiz liegt über dem europäischen Durchschnitt, im globalen Schnitt. Deutschland und Österreich liegen hinter der Schweiz.
Europa liegt mit seinem Index-Wert drei Punkte unter dem internationalen Durchschnitt. Dies deutet darauf hin, dass die politischen und wirtschaftlichen Probleme nach Ansicht der Verbraucher noch nicht überstanden sind. Immerhin ist in Finnland, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Schweden das Vertrauen in die berufliche Zukunft erheblich gestiegen. Dennoch finden sich die drei Letztgenannten ebenso wie Deutschland, Frankreich und Österreich nach wie vor in den internationalen Top 10 der pessimistischsten Länder hinsichtlich der Arbeitsmarktsituation.
Auch wenn die Verbraucher in der Schweiz die Chancen am Arbeitsmarkt kritischer beurteilen als noch im Mai, hat sich ihre derzeitige finanzielle Situation stark verbessert, was sich auch in der Bereitschaft, Anschaffungen zu tätigen, niederschlägt. Auf die Frage, ob jetzt die richtige Zeit für Anschaffungen sei, äusserten sich in der aktuellen Befragung 50 Prozent positiv ("exzellent" und "gut"), gegenüber 38 Prozent im Mai 2005. Diese Faktoren verursachen im Wesentlichen den Anstieg des Consumer Confidence Index von 93 auf 98 Punkte in der Schweiz.


