11.01.2007

EvB

Videoclip karikiert WEF in Davos

Anti-WEF-Forum mit Guerilla-Methoden beworben.

Wie jedes Jahr trifft sich auch diesen Januar die Elite der internationalen Wirtschaft und Politik am Weltwirtschaftsforum in Davos, um sich auszutauschen und der Öffentlichkeit zu demonstrieren, wie viel ihr an der Verbesserung der Welt liegt. Dutzendfach werden wir auch in diesem Jahr vernehmen können, wie sehr den Global Players das gesellschaftliche Wohl -- das Zauberwort heisst "Corporate Social Responsibility" -- am Herzen liegt und nicht nur das reine Gewinnstreben.

Im Windschatten des WEF hat sich in den vergangenen Jahren jedoch auch die Gegenmacht der globalen Grosskonzerne in Davos eingenistet. Als zeitgleiche und kritische Alternative zum WEF ist das seit 2000 jährlich durchgeführte "Public Eye" mittlerweile zum zentralen Alternativ-Schauplatz gewachsen. Der Öffentlichkeit will der Anlass laut Medienmitteilung demonstrieren, dass auch in der herrschenden Hochkonjunktur die Geschäftsgrundlage allzu vieler Unternehmen die Plünderung ärmerer Länder und Leute bleibt. Am Eröffnungstag des Weltwirtschaftsforums (WEF) vergeben die Erklärung von Bern und Pro Natura denn auch ihre "Public Eye Awards" für besonders unverantwortliches Konzernverhalten.

Bereits die Event-Promotion widerspiegelt die Subversivität des Public Eye. Der Guerilla-Anlass dieses Jahr wird ausschliesslich mit Guerilla-Methoden beworben, auf Werbung in den klassischen Medien verzichtet die EvB. Weniger ist mehr, lautet der Campaigning-Standpunkt der EvB. Ein professionell produzierter Werbeclip wurde Anfang Jahr im Internet auf verschiedene Plattformen wie Youtube.com eingespeist und über diverse NGO-Netzwerke gestreut. "Wir setzen ganz auf Cyber Activism. Damit erreichen wir andere Schichten als bisher und können vor allem jüngere Zielgruppen erreichen und sensibilisieren", sagt Oliver Classen, EvB-Pressesprecher und Koordinator des Public Eye gegenüber "persoenlich.com".

Im Videoclip nimmt der Zürcher Jungfilmer Raffael Sommerhalder für die Erklärung von Bern das Weltwirtschaftsforum künstlerisch aufs Korn. "Der Spot dampft den Inhalt des WEFs auf dreissig Sekunden ein und sagt damit eigentlich alles", so Classen. Das Dreissig-Sekunden-Video karikiert das Who-is-Who des Wef und will zeigen, wie spassig der Unterschied zwischen Realität und Rhetorik sein kann.

Verantwortlich bei der Erklärung von Bern: Oliver Classen, Projektkoordination Public Eye; verantwortlich bei CRICTOR: Rafael Sommerhalder , Realisation, Iris Rennert (Sounddesign).


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