Im Februar hat Migros der internationalen Ratingagentur Standard & Poor's gekündigt und bekannt gegeben, fortan auf deren Kreditrating zu verzichten. Offiziell begründet wurde der Schritt damals damit, dass die Migros kein internationales Rating benötige. Die wahre Begründung für die Kündigung, die in Medienberichten mit einem kurz davor ausgesprochenen negativen Bewertungsausblick in Zusammenhang gebracht wurde, lieferte Migros-Finanzchef Jörg Zulauf am Mittwoch nach. Die Migros lasse sich nicht zum Sklaven oder Bittgänger einer Agentur degradieren, sagte er an der Bilanzmedienkonferenz des Grossverteilers.
"Es erstaunt doch sehr, wenn eine Agentur einerseits ihren Zwischenbericht im Herbst nicht macht und andererseits im Frühling nicht einmal die aktuellen Zahlen abwarten will, bis sie ein Urteil über ein Unternehmen bildet", sagte Zulauf. Ein solches Geschäftsgebaren werfe zumindest Fragen auf. Selbstverständlich pflege die Migros aber ihren Finanzinstituten gegenüber eine transparente und offene Kommunikation, sagte Zulauf weiter. Man lege daher Wert darauf, dass Experten die finanzielle Situation des Unternehmens beurteilten und bewerteten. Die Kreditfähigkeit der Migros wird denn auch weiterhin von vier Schweizer Banken beurteilt. (sda)

