14.11.2018

Swissper

«Wir suchen niemanden mit durchgestyltem Feed»

Promotion-Tools lanciert die Micro-Influencer-Plattform Swissper. Im Interview erklärt Managing Partner Marco Eberhard, warum die Marketingform derzeit so populär ist und was Micro-Influencer auszeichnet.
Swissper: «Wir suchen niemanden mit durchgestyltem Feed»
«Menschen möchten unterhalten werden, und Social Media und Influencer sind Unterhalter», sagt Marco Eberhard, Managing Partner von Promotion-Tools. (Bild: zvg.)
von Marius Wenger

Herr Eberhard, Promotion-Tools ist seit 17 Jahren im Live- und Field-Marketing-Bereich tätig. Nun geht die Agentur online und hat die Micro-Influencer-Plattform Swissper lanciert. Was sind die Bewegründe?
Der Markt ist in ständigem Wandel, und auch im Live-Marketing wird es immer wichtiger, die physischen Events durch digitale Massnahmen zu erweitern. Wir haben Erfahrung in der Personalrekrutierung und führen einen grossen Promotoren-Pool. Es lag somit auf der Hand, dass unsere Markenbotschafter nun auch die Möglichkeit haben, online für uns aktiv zu sein.

Werden nun also alle der über 3000 Privatpersonen im Promotoren-Pool von Promotion-Tools zu Micro-Influencern?
Nein, nicht alle. Wir haben eine Anfrage an alle Promotorinnen und Promotoren verschickt und ihnen Swissper erklärt. Wir überlassen es ihnen, ob sie auch Micro-Influencer sein möchten oder nicht. Es gibt von unserer Seite allerdings zwei Bedingungen für die Teilnahme: erstens müssen sie mindestens 100 Follower auf ihren Social-Media-Kanälen haben und ihr Profil – vor allem bei Instagram – muss öffentlich sein.

Welche Reaktionen kamen von den Promotoren zu ihrer neuen Rolle als Micro-Influencer?
Die Reaktionen waren sehr positiv und wir bekamen viele Anmeldungen. Die meisten von unseren Promotoren sind sowieso schon sehr aktiv auf ihren Social-Media-Kanälen und es macht ihnen Spass, jetzt auch als digitale Markenbotschafter für uns unterwegs zu sein.

swissper_logo

Konkret: Wie funktioniert Swissper?
Bei Swissper bezahlt man pro Post, der zu einem Produkt oder einer Dienstleistung veröffentlicht wird. Jeder Beitrag wird von einem Micro-Influencer auf Basis eines Briefings selbst erstellt. Die Posts werden direkt auf den Profilen der jeweiligen Micro-Influencer publiziert und daher nicht als klassische Werbung empfunden.

Was wird den Micro-Influencern in diesem Briefing mitgegeben? Wie frei sind sie wirklich?
Im Briefing wird das Produkt und die gewünschte Botschaft erklärt. Aber grundsätzlich geht es vor allem darum, die Rahmenbedingungen zu definieren sowie die Hashtags und @-Mentions der Kampagne mitzugeben. In der Umsetzung sind unsere Micro-Influencer frei. Wir suchen keine Social-Media-Experten mit durchgestylten Feeds. Bei uns geht es um Glaubwürdigkeit und Persönlichkeit.

Bei jeder Kampagne starten wir eine Anfrage an die Micro-Influencer. Es melden sich nur diejenigen, die hinter der Empfehlung stehen können. Schliesslich posten sie in ihrem privaten Umfeld und sind keine professionellen Influencer, entsprechend legen sie viel Wert auf ihren Feed und posten nicht einfach etwas des Geldes wegen.

Für welche Firmen eignet sich Micro-Influencing?
Eigentlich für alle. Zum Beispiel für eine Eröffnung von einem neuen Shop, Restaurant oder Bar, für einen Event oder für ein neues Produkt etc. Wir unterscheiden Kampagnen mit oder ohne Produktversand. Heisst, bei Produktmarketing haben unsere Kunden dank unserer eigenen Logistikfirma die Möglichkeit, Produkte zum Testen direkt an die Micro-Influencer zu verschicken.

Gibt es schon erste Kunden?
Wir haben eine erfolgreiche Kampagne für Migusto gemacht. Dabei ging es um deren Herbstkampagne, und das zentrale Thema war der Kürbis. Es entstanden viele schöne und vor allem sehr unterschiedliche Posts. Migusto und das definierte Hashtag erhielten durch die Kampagne zusätzliche authentische Reichweite.

«Wir schauen uns gerne das Leben von Influencern an, schliesslich sind sie ein bisschen berühmt»

Wie definieren Sie überhaupt Micro-Influencer?
In der Schweiz ist man Micro-Influencer, wenn man unter 5000 Follower hat. Für uns sind Micro-Influencer Personen, die ihre Freunde und Bekannte mehrheitlich kennen und einen persönlichen Kontakt zu ihnen pflegen.

Das Thema Micro-Influencing ist derzeit in aller Munde. Warum ist diese Marketingform derzeit so populär?
Menschen möchten unterhalten werden und Social Media und Influencer sind Unterhalter. Wir schauen uns gerne ihr Leben an, schliesslich sind sie ein bisschen berühmt.

Und worin unterscheiden sich Micro-Influencer von grossen Influencern?
Micro-Influencer sind einfach authentischer. Wenn ein Freund oder eine Freundin uns ein Restaurant empfiehlt gehen wir automatisch davon aus, dass es auch wirklich lecker ist.



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