Hanna Jackl, ADC Geschäftsführerin: «Nach Monaten der intensiven Vorbereitung war es für mich besonders schön zu erleben, wie das Kraftwerk in Zürich zu unserem ‹Craftwerk› wurde: Während einer ganzen Woche war es der Treffpunkt für die Kreativbranche. Mein persönliches Highlight war weniger ein einzelner Programmpunkt als vielmehr die Atmosphäre. Sie lebte von Menschen, die sich Zeit genommen haben, geblieben sind, sich ausgetauscht, voneinander gelernt und neue Kontakte geknüpft haben. Genau diesen offenen Ort für Inspiration, Begegnung und Diskussion wollten wir schaffen. Das durchwegs positive Feedback von Besucher:innen, Speaker:innen, Partner:innen, Mitgliedern und Freunden zeigt uns, dass dieses gemeinschaftliche Festivalkonzept funktioniert.»
An diese Gesamtschau schliesst ADC Vorstand Raul Serrat an. Er war verantwortlich dafür, dass die Award-Show glamourös und die Party-Abende grandios wurden: «Die volle und vollgepackte Woche fand am ideal passenden Ort statt, wenn es um Inspiration und Kreation geht. Das Kreativfestival zeigte nicht nur, dass der ADC den 50. Geburtstag gebührend feiern kann, sondern auch, dass unsere Arbeit in der Kommunikationsbranche und die Themen relevant sind und eine breite Wirkung haben. Mein Highlight war das Gesamtprojekt: Location, Branding, Programm, Verpflegung – und die Menschen. Die Integration der Sponsoren fand ich dieses Jahr besonders cool. Der Migimat, ein XL-Korb mit Migros-Produkten, ein Glacewagen, aus dem man sich bedienen konnte, der LKW-Transport der Würfel als Inszenierung: So macht Werbung mehr als Spass.»
«20 Minuten» war einer der Partner dieses Jubiläumsjahres. Victoria Rispy, Marketingleiterin, begleitete diverse Events – von der Wahl der beliebtesten Werbung der Schweiz bis zur Goldjury: «Unsere Partnerschaft begann für mich aktiv bereits im Frühjahr, als wir mit Thomas Wildberger und Jean-Claude Gerber, dem Leitenden Redaktor Wissen & History und Blattmacher, eine Abstimmung überlegten. Wir wollten nicht weniger, als herauszufinden, was denn die beliebteste Werbung der Schweiz ist. In der Pfingstwoche gingen wir mit dem Projekt auf unserem News-Portal live. Zigtausende Stimmen wurden abgegeben, es wurde kommentiert und geteilt. Viele Menschen haben dazu beigetragen, dass aus einer spannenden Idee ein Ereignis für die gesamte Kreativszene wurde.
Richtig greifbar wurde die Dimension des Jubiläumsjahres am 8. Juni beim ADC Empfang in unserem Haus. Rund hundert Persönlichkeiten aus der Kreativbranche kamen zu diesem Auftakt in die TX Group an der Werdstrasse, wo der neue Zürcher Stadtpräsident Raphael Golta, Bernhard Brechbühl, CEO der «20 Minuten»-Gruppe, und der ADC Präsident Thomas Wildberger das Festival offiziell eröffneten.
Zudem fungierte ich als Gastjurorin in der Goldjury. Dort trafen starke Meinungen aufeinander, es wurde engagiert argumentiert und debattiert, was nicht nur hochinteressant, sondern auch horizonterweiternd war. Diese Runde hat meinen Blick auf kreative Arbeit nachhaltig geschärft. Besonders geschätzt habe ich zudem, wie offen und herzlich ich von der ADC Community aufgenommen wurde.
Der emotionale Höhepunkt folgte bei der Preisverleihung. Den Publikumspreis an die Mobiliar überreichen zu dürfen, war für mich eine grosse Ehre. Berührt hat mich auch der Gastjurorinnenwürfel, den ich als Erinnerung bekam.»
Christa Rigozzi moderierte erneut und charmant wie stets die Award-Show: «50 Jahre ADC Switzerland – das ist nicht nur ein Jubiläum, sondern ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig Kreativität, Mut und neue Ideen für unsere Gesellschaft sind. Besonders beeindruckt hat mich die Mischung aus Tradition und Zukunftsgeist: Menschen, die seit Jahrzehnten die Branche prägen, treffen auf junge Talente mit frischen Perspektiven. Mein persönliches Highlight war die Energie im Saal – dieser spürbare Stolz auf kreative Exzellenz und gleichzeitig die Freude am gemeinsamen Feiern. Für die Zukunft wünsche ich dem Club, dass er weiterhin inspiriert, verbindet und den Mut fördert, neue Wege zu gehen. Denn die besten Ideen entstehen oft dort, wo man sich traut, anders zu denken.»
Sogar das Schweizer Fernsehen war bei der Preisverleihung im Publikum und berichtete in der Sendung «10 vor 10» direkt im Anschluss vom Event. An dem Abend folgte ein Höhepunkt auf den anderen bis zum Grande Finale. Der Grand Prix wird nur für eine Arbeit verliehen, die noch ein kleines bisschen mehr glänzt als alle vergebenen Goldwürfel. Remy Müller, Leiter Marketing & Kommunikation bei der Migros, über den Wert von Preisen: «Der Grand Prix für die Ortsschilder-Kampagne freut mich sehr. Es zeigt einmal mehr, dass oft die einfachen Ideen die besten sind. Die Migros will nahe bei den Menschen sein, das hat sie mit dieser Kampagne hervorragend geschafft. Gleichzeitig ist es gar nicht so leicht, solche Ideen zu finden – und vor allem den Mut zu haben, sie so zu belassen, ohne sie mit Botschaften zu überladen. Genau das macht den Unterschied.
Wir machen Kampagnen in erster Linie, um unsere Botschaften und Werte zu den Leuten zu bringen. Wenn uns das gelingt, haben wir unseren Job gemacht. Umso schöner ist es natürlich, wenn sich auch die Fachwelt dafür begeistert. Ein solcher Erfolg setzt für mich nicht einfach die Messlatte höher im Sinne von grösser oder lauter. Er erinnert uns daran, wie stark eine klare und einfache Idee sein kann. Genau daran wollen wir anknüpfen. Und natürlich haben wir die Ambition, uns immer wieder selbst zu übertreffen.
Mein persönliches Lieblingssujet aus der Kampagne ist Linsoft für Rotzloch. Mit dem Ort verbinde ich schöne Kindheitserinnerungen, und genau solche kleinen, echten Bezüge machen diese Werbung für mich speziell.»
Die Woche vom 8. bis 13. Juni hatte auch eine internationale Tragweite. Einerseits kamen Speakerinnen und Speaker unter anderem aus Deutschland, England oder Singapur angereist. Andererseits war ADC Vorstand Stefanie Huber Gastgeberin für die Kolleginnen und Kollegen des ADC*E, dessen DNA der Austausch zwischen Mitgliedern der Design- und Werbeverbände aus ganz Europa ist: «Der ADC Switzerland war 1990 Gründungsmitglied des ADC Europe. Wir sind also seit 35 Jahren miteinander verbunden. Seitdem konnten viele Mitglieder durch den ADC*E internationale Kontakte knüpfen und wertvolle internationale Juryerfahrung sammeln oder in den Genuss eines unserer Talentförderprogramme wie Creative Express oder High Potentials kommen. Jedes ADC Switzerland Mitglied ist gleichzeitig auch Mitglied des ADC*E, darum haben wir dessen Board Members zu einem physischen Meeting an unser Jubiläumsfestival in Zürich eingeladen. Die Einbindung zeigte sich als sehr ergiebig; zum einen konnten wir innerhalb des Boards wichtige Schritte zur Ausrichtung der Strategie des ADC*E besprechen, zum anderen entstanden nützliche Kontakte. Ich habe zahlreiche positive Rückmeldungen zum Festival bekommen. Neben Lob für die hohe Qualität der ausgezeichneten Arbeiten haben vor allem die Energie und die Diversität der Schweizer Kreativgemeinschaft gefallen.
Für einen kompletten Strategie-Stream während der Woche war ADC Vorstand Gordon Nemitz zuständig: «Der Bedeutsamkeit von Strategie im kreativen Schaffungsprozess sind wir uns in der Branche und auch im ADC sehr bewusst. Daher war es für uns selbstverständlich, in diesem Rahmen einen eigenen Strategy Stream anzubieten. Als sehr erfreulich erachte ich, dass das Angebot nicht nur von der Strategie-Community sehr gut angenommen wurde, sondern auch von vielen Kreativen. Mit dem Resultat, dass wir sogar noch Extrastühle in die Workshop-Räume stellen mussten. Entsprechend wird das unser grosses Learning für das nächste Mal sein: ein noch breiteres Angebot von strategierelevanter Inspiration mit ausreichender Teilnahmemöglichkeit.»
ADC Präsident Thomas Wildberger zieht Bilanz und blickt auf die nächsten 50 Jahre: «Wer mich kennt, der weiss, dass ich selten zufrieden bin. Dieses Mal bin ich wirklich stolz auf das, was uns gelungen ist. Wir konnten eine solche Woche ermöglichen mit allem Drum und Dran – vom ADC Empfang bei ‹20 Minuten› über eine gross angelegte Kampagne in eigener Sache für den Club bis hin zur wunderbar orchestrierten Award-Show und zur entspannten Abschlussparty. Dazwischen Kreativität ohne Ende. Zudem hatten wir das Glück, dass das Jubiläumsjahr mit 10 Goldwürfeln äusserst ergiebig war. Die zwei vollen Tage mit Vorträgen, Workshops und Panels hatten es auch in sich, wobei schon das hochwertige Line-up zeigte, worum es bei uns geht, nämlich Einzigartigkeit. Diverse Persönlichkeiten waren in der Schweiz zum ersten Mal zu sehen und zu hören. Justin Billingsley reiste aus London an und motivierte dazu, an die menschliche Komponente im Zusammenspiel mit KI zu glauben. Wenhui Lim faszinierte mit einem Vortrag über eine Neudefinition von Altern und Identität mit KI, Oona Horx Strathern sprach über Trends, Countertrends und die künftige Kindness Economy, Pfarrer Christian Walti erklärte, was es braucht, um andere von einer Idee zu überzeugen, und Roland Reichenbach erklärte uns, wie man am geschicktesten verhandelt. Zahlreiche Expertinnen und Experten aus dem Filmbereich haben gezeigt, dass die Idee immer noch das Wichtigste und Menschlichste ist, während wir uns bei der Umsetzung stark in Richtung KI entwickeln. Apropos KI, die sicher ein Themenschwerpunkt war: Heidi Hauer lehrte, wie wir unsere Intuition stärken in Zeiten von künstlicher Intelligenz. Und beim Workshop von Silvie Caviglia wurde klar: Am Ende sind wir doch alle nur Nummern, aber was für welche. Um es mit Extrembergsteiger und Werbe-Ikone Thomas Huber zu sagen, der früh am Morgen auftrat: Ein Aufstieg ist mühsam, aber wenn man oben steht auf dem Gipfel, ist man überglücklich, gemeinsam etwas geschafft zu haben. Dieses Gefühl zählt für einen selbst.
Bereits im Vorfeld des Festivals erschien das Jubiläumsmagazin ‹persönlichkeiten›, wiederum von Sherin Kneifl verantwortet, welches schön aufzeigt, dass es beim ADC um gute Ideen geht, aber auch um gute Menschen.
Schön zu sehen, dass wir Menschen weit über unsere Bubble hinaus angesprochen haben. Mir sagt das, es wäre toll, wenn wir nächstes Jahr den nächsten Gipfel gemeinsam mit unseren Sponsoren besteigen.»
24.08.2026
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Das war die kreativste Woche des Jahres
Zum 50. Geburtstag beschenkte sich der ADC Switzerland auf einfallsreiche Art mit nicht weniger sechs inspirierenden Tagen voller Kreativität inklusive Jurierung und festlicher Vergabe der Awards. Wir liessen beteiligte Persönlichkeiten
über das Jubiläum reüssieren. Sie sind sich einig: Man muss die Feste feiern, wie die Würfel fallen.
Das Kraftwerk inmitten von Zürich wurde vom 8. bis 13. Juni zum Craftwerk und bot den Rahmen für das ADC Kreativfestival.
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