04.11.2011

Fall Murdoch

2'000 Abhöropfer mehr als angenommen

Betroffene sollen entschädigt werden.

Von dem Abhörskandal rund um die inzwischen eingestellte britische Zeitung "News of the World" sind nach neuen Angaben wesentlich mehr Menschen betroffen als bisher bekannt. Wie die britische Polizei mitteilte, wurden in der Affäre Telefonate von knapp 5800 Menschen abgehört. Im Vergleich zu vorherigen Angaben vom Juli sind dies fast 2000 Opfer mehr als bislang angenommen. Die neue Opferzahl sei nicht als endgültig anzusehen, sie könne sich im Laufe der weiteren Untersuchungen noch ändern, erklärte die Polizei am späten Donnerstag.

Journalisten der "News of the World" hatten jahrelang Handymailboxen von Prominenten und von Angehörigen getöteter Soldaten und Kriminalitätsopfern abgehört. Der Skandal war bereits im Jahr 2006 ans Licht gekommen. Er weitete sich im Juli dieses Jahres aus, als bekannt wurde, dass Journalisten des Blatts auch die Mailbox einer entführten und später ermordeten Schülerin geknackt hatten. Die Affäre löste ein politisches Erdbeben aus und führte zur Einstellung der Zeitung, dem Rücktritt von Vertrauten des Medienmoguls Rupert Murdoch, ranghohen Polizeibeamten und eines Mitarbeiters von Premierminister David Cameron.

Das Unternehmen News International stellte unterdessen einen neuen Plan zur Entschädigung von Opfern vor. Es handle sich dabei um eine "zügige und effiziente Alternative" zu Klagen vor Gericht, erklärte der Konzern am Freitag. Entsprechende Anträge könnten über die Internetseite des Konzerns gestellt werden. Der Jurist Charles Gray, ein ehemaliger Richter am Obersten Gerichtshof in London, habe sich als unabhängiger Vermittler zur Verfügung gestellt. Gray werde die "Fairness der Vorgänge und die Wahrung der Rechte der Antragsteller" gewährleisten, hiess es. (sda/afp/dapd)


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