15.11.2018

Sparprogramm CH Media

200 Vollzeitstellen werden abgebaut

Anderthalb Monate nach dem operativen Start steht das Integrationsprogramm des Joint Ventures zwischen AZ und NZZ. Mit dem Programm sollen zehn Prozent der Kosten gespart werden. Bei der Zusammenführung wird es zu Entlassungen kommen.
Sparprogramm CH Media: 200 Vollzeitstellen werden abgebaut
Mit der Zusammenführung von AZ Medien und NZZ-Regionalmedien sollen rund 45 Millionen Franken gespart werden. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

CH Media, das Joint Venture zwischen AZ Medien und der NZZ-Mediengruppe, plant einen Abbau von 200 Vollzeitstellen. Damit will das Medienhaus in den kommenden zwei Jahren die Kosten um 10 Prozent oder 45 Millionen Franken reduzieren.

Betroffen von den Massnahmen seien alle Bereiche des Unternehmens. Ziel sei die Effizienzsteigerung im gesamten Unternehmen, um die Zukunftsfähigkeit von CH Media zu sichern, teilte das Medienunternehmen am Donnerstag mit.

Das Medienhaus beschäftigt derzeit rund 2200 Mitarbeitende (1900 Vollzeitstellen). Ein Teil des Stellenabbaus solle durch Fluktuation erreicht werden. Es werde aber zu Kündigungen kommen.

Über Einzelheiten zum Stellenabbau macht CH Media derzeit keine Angaben. Alle Massnahmen würden so sozialverträglich wie möglich umgesetzt, heisst es in der Mitteilung. Im Interview mit persoenlich.com sagt CEO Axel Wüstmann, dass alle Bereiche vom Stellenabbau betroffen sein werden.

Sozialplan vorgesehen

CH Media setze alles daran, die betroffenen Mitarbeitenden bei einer beruflichen Neuorientierung zu unterstützen. Ein Sozialplan werde zur Anwendung kommen.

«Uns ist bewusst, dass diese Information bei den Mitarbeitenden Verunsicherung auslösen kann. Wir haben uns gezielt für diesen Weg der Transparenz entschieden. Wir werden alles daransetzen, so schnell wie möglich Klarheit für unsere Mitarbeitenden zu schaffen», lässt sich CEO Axel Wüstmann in der Mitteilung zitieren.

Mit dem Sparprogramm wird umgesetzt, was schon Anfang Oktober angedeutet wurde. Wüstmann sagte damals in einer Videobotschaft an die Mitarbeitenden: «Wir werden uns Doppelspurigkeiten nicht leisten können und es wird harte Entscheidungen geben müssen.» (persoenlich.com berichtete).

Dass der Stellenabbau gross werden könnte, hatte auch schon Felix Graf, CEO der NZZ-Mediengruppe und Verwaltungsrat von CH Media in einem persoenlich.com-Interview angedeutet: «Die redaktionellen Synergien, die es zwischen den Regionalmedien und der NZZ gab, waren überschaubar. Redaktionell war hier nicht viel zu machen. Die Synergien, die es nun aber unter den Regionalmedien gibt, sind hingegen gross.»

Seit Anfang Oktober operativ tätig

Das Medienunternehmen ist seit Anfang Oktober operativ tätig. An der neuen Aktiengesellschaft sind die AZ Medien und die NZZ-Regionalmedien zu gleichen Teilen beteiligt. Mit 480 Millionen Franken Umsatz und rund 2200 Mitarbeitenden erreicht das neue Medienunternehmen rund zwei Millionen Menschen.

Zu CH Media gehören neben den Regionalzeitungen auch Onlineportale, Radio- und TV-Stationen sowie Zeitschriften. Ins neue Unternehmen reihen sich alle Einheiten der AZ Medien ein – mit Ausnahme des Onlineportals Watson.

Die NZZ-Mediengruppe integrierte ihr gesamtes Regionalmediengeschäft in CH Media. Auch die Druckereien der beiden Unternehmen sind Teil davon. Nicht Bestandteil sind die Geschäftsbereiche NZZ Medien und Business Medien der NZZ-Mediengruppe sowie die konzessionierten Radio- und TV-Sender beider Unternehmen. (sda/pd/maw)



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Kommentare

  • Kurt Heller, 15.11.2018 10:47 Uhr
    Das lässt nicht nur bei den Mitarbeitenden Verunsicherung aus, sondern auch bei mir als Leser!

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