Die Umsatzzahlen der Werbewirtschaft sind im Jahre 2001 leicht zurückgegangen. Nach dem die Einnahmen viermal in Serie gesteigert werden konnten, ergab sich nun für das Jahr 2001 ein leichtes Minus von 2 Prozent. Insgesamt betrugen die Netto-Werbeumsätze 5.665 Milliarden Franken, wobei neu auch wieder Zahlen der Direktwerbung in der Werbestatistik enthalten sind.



Die Stiftung Werbestatistik Schweiz präsentierte am Dienstagmorgen im Zürcher Hotel Marriott die Ergebnisse der Erhebung der Werbeausgaben für das Jahr 2001. Mit der vorliegenden Veröffentlichung feiert die Stiftung ein kleines Jubiläum, denn nun liegen Daten über einen Zeitraum von 20 Jahren vor. Die Angaben wurden mittels schriftlicher Umfragen direkt bei den Medien erfragt. Einzig die Zahlen der Direktwerbung basieren auf einer Hochrechnung.
Pressewerbung knapp unter der 3 Milliardengrenze
Der Anzeigenerlös der Zeitungen, Zeitschriften und Fachpresse betrug 2.886 Milliarden Franken. Damit lagen die Umsätze um 4.8 Prozent unter denjenigen des Vorjahres. Mit Ausnahme der Gratiszeitungen, welche dank stärkerer Marktpräsenz der Pendlerzeitungen besser abschnitten als im Vorjahr, verbuchten alle Kategorien einen Rückgang. Mit 1.859 Mio. Franken floss weiterhin der grösste Teil der Anzeigenwerbung in die verkauften Zeitungen. Für die einzelnen Gattungen wurden folgende Umsätze erzielt: Abonnierte Zeitungen/Kaufzeitungen 1'859 Mio. Franken; Gratiszeitungen/Amtsblätter 291 Mio. Franken; Publikumszeitschriften 346 Mio. Franken; Fachpresse 390 Mio. Franken.

Die auflagestarken Tageszeitungen als wichtige Werbeträger
Die verkauften Zeitungen notierten einen Rückgang um 5.8 Prozent. Eine Aufgliederung dieser Kategorie nach Titeln verschiedener Auflagengrösse zeigt eine deutliche Konzentration der Umsätze auf die auflagestarken Tageszeitungen: Die 17 Einzeltitel und Gesamtausgaben mit Auflagen von über 50'000 Exemplaren erzielten zusammen 1'212 Mio. Franken Umsatz. Pro Titel ergibt dies im Durchschnitt 71.3 Mio. Franken Werbeeinnahmen.
Leichter Rückgang bei den Stellenanzeigen
Nach dem Rekordjahr 2000 ergab sich ein leichter Rückgang bei den Stelleninseraten. Mit 552 Mio. Franken wurde aber trotzdem das zweitbeste Ergebnis seit Beginn der Messungen vor 20 Jahren erzielt. Die Stellenanzeigen machten im Jahre 2001 bei den verkauften Zeitungen knapp 28 Prozent des gesamten Werbevolumens aus.

Auch die elektronischen Medien vom Rückgang betroffen
Die Einnahmen für verkaufte Werbesekunden und Sponsoring von Sendungen beim Fernsehen lagen knapp unter der 500-Millionen-Grenze. Bei einem Minus von 5.1 Prozent wurden Umsätze von 494 Mio. Franken getätigt. Davon betrug der Marktanteil der öf-fentlich-rechtlichen Sender 66 Prozent, der privaten Schweizer Sender 14 Prozent und der privaten ausländischen Werbefenster 20 Prozent. Durch das Wegfallen der Einnahmen der Sender TV3 und Tele 24 dürfte sich diese Struktur im Jahre 2002 deutlich verändern.
Die Radios erzielten im Jahre 2001 mit 129 Mio. Franken ein Minus von 7.6 Prozent. In diesen Zahlen sind die Gelder für das Sponsoring von Sendungen der öffentlich-rechtlichen Sender enthalten. Das Medium Kino erzielte im Jahre 2001 Umsätze von 40 Mio. Franken. Vergleiche zum Vorjahr sind nicht möglich, da nicht alle Werbevermittler ihre Umsätze meldeten. Die Teletext-Umsätze (SRG und lokale private Fernseh-Stationen) lagen mit einem Minus von 3.5 Prozent bei 13.8 Mio. Franken.

Aussenwerbung: Erstmals über 600 Mio. Franken Einnahmen
Die Zahlen Aussenwerbung lagen im Jahre 2001 leicht über dem Vorjahr. Mit einer Zuwachsrate von 1.8 Prozent wurde das Rekordergebnis von 2000 um 11 Mio. Franken übertroffen. Mit Umsätzen von insgesamt 603 Mio. Franken liegen die Plakate hinter der Presse und der Direktwerbung auf dem dritten Rang

Die Adress- und Telefonbücher im Aufwärtstrend
Auch die Adress- und Telefonbücher erzielten ein Plus in Vergleich zum Vorjahr. Sie erwirtschafteten einen Umsatz von 155 Mio. Franken, was einer Steigerungsrate von 3.3 Prozent entspricht.
Messen und Ausstellungen mit konstantem Wachstum
Die Messen und Ausstellungen meldeten für 2001 einen Umsatz von 235 Mio. Franken. Gegenüber dem Vorjahr lagen die Umsätze um 3.5 Prozent oder 8 Mio. Franken höher.
Direktwerbung: Wieder in die Werbestatistik integriert
Dank den Umsatzmeldungen und Hochrechnungen der Verteilorganisationen und der Post enthält die Werbestatistik wieder Zahlen über die Direktwerbung. Vergleiche zu den letztmals publizierten Werten aus dem Jahre 1995 sind allerdings nicht möglich, da die neuen Zahlen auf einer anderen Erhebungsgrundlage basieren. Im weiteren werden auch nicht mehr die Package- oder Produktionskosten ausgewiesen. Insgesamt flossen im Jahre 2001 1'109 Mio. Franken in adressierte und unadressierte Direktwerbung. Im Vergleich zum Vorjahr, dessen Zahlen nachträglich nach der selben Methode erhoben wurden, entspricht dies einem Plus von 4.6 Prozent.

