Der Stopp der SRG-Programmverbreitung über Antenne kommt in Deutschland nicht gut an. Am 3. Juni wird die terrestrische Übertragung endgültig abgeschaltet (persoenlich.com berichtete).
«Es melden sich besorgte Anwohner bei uns, vor allem Rentner. Sie äussern den Wunsch, weiterhin die Sendungen des Schweizer Fernsehen schauen zu können», sagt Susanna Heim, Sprecherin des Landratsamts Waldshut, gegenüber der «NZZ am Sonntag». Die CDU-Politikerin Sabine Hartmann-Müller hat dem Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann einen Brief geschrieben: «Wer wie ich am grenzüberschreitenden Verständnis interessiert ist, lehnt die Abschaltung des Schweizer Fernsehens ab.» Und auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Felix Schreiner bittet Kretschmann darum, sich gegenüber der Schweiz für den Empfang der TV-Sender einzusetzen.
Beim SRG-Helpdesk sind bislang 4500 Anfragen eingegangen zur Einstellung des Empfangs über Antenne – 40 Prozent der Erkundigungen kamen aus dem Ausland, so die NZZaS. Auch in der Region um Genf und in Norditalien sei das Ende des Westschweizer und des Tessiner Fernsehens ein Thema.
Die SRG hält derweil an ihrem Abschaltplan fest. Laut Sprecher Edi Estermann würden die 220 Sendeanlagen für die Signalverbreitung an Antennen jährliche Betriebskosten von 10 Millionen Franken verursachen. «Die SRG kann sich diese teure Verbreitungsart nicht länger leisten.» (cbe)

