08.10.2026

Todesfall

Marco Blaser verstorben

Der frühere Direktor des Tessiner Radios und Fernsehens wurde 91 Jahre alt. Er arbeitete 45 Jahre für den Sender.
Todesfall: Marco Blaser verstorben
Marco Blaser in einem Interview 2018. (Bild: Screenshot RSI)

Marco Blaser starb am Montag nach langer Krankheit. Das teilten die RSI und seine Familie mit. Von 1986 bis 1999 leitete er als Direktor das damalige Radio und Fernsehen der italienischen Schweiz.

Der 1935 in Lugano geborene Hoteliersohn schrieb mit 19 Jahren für den Corriere del Ticino. 1954 begann er bei Radio Monteceneri. Seine erste Sendung war ein Bericht über die Ankunft von Bundesrat Giuseppe Lepori. 1958 wechselte er zum jungen Fernsehen TSI, zuerst als Ansager, dann als Sport- und Aktualitätenreporter. Aus den Zürcher Studios moderierte er die Nachrichtensendung «Il Regionale». Mit 27 Jahren wurde er Informationschef.

An die Anfänge erinnerte er sich in einem Interview, das tio.ch zitiert: «In jenen Jahren haben wir uns wirklich vergnügt und mit grosser Leidenschaft und Freude gearbeitet.» Ein Vorbild habe es nicht gegeben, auch das Publikum habe das Fernsehen erst kennengelernt.

Blaser kommentierte zusammen mit Eugenio Bigatto die Mondlandung 1969 und berichtete über die Ermordung John F. Kennedys, die Katastrophe von Vajont und Churchills Begräbnis. Vor seinem Mikrofon standen Maria Callas, Louis Armstrong, Sophia Loren und Pier Paolo Pasolini. Er moderierte Varietésendungen und berichtete von Olympischen Spielen ebenso wie von «Spiel ohne Grenzen». 1975 führte er Regie beim Quiz «Personaggi in fiera» mit Mike Bongiorno – laut tio.ch in Farbe, noch bevor die Rai farbig sendete.

Laut der SRG-Trägerschaft Corsi verdankt die RSI ihm den Umzug der Informationsredaktion von Zürich nach Comano und regionale Sendungen wie «Il Quotidiano». 1999 ging Blaser in Pension. Zum Abschied dankte er dem Publikum, das er jahrzehntelang informiert, unterhalten und zum Nachdenken angeregt hatte, wie die RSI in ihrem Nachruf schreibt. Auch danach meldete er sich zu Wort: Die RTVG-Abstimmung 2015 nannte er entscheidend für die RSI. 2018 widmete ihm die RSI den Dokumentarfilm «Qui Marco Blaser». (nil)


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