Mit 17.1 Millionen Eintritten (Vorjahr: 15.6 Mio.) und Kinoeinnahmen von 235 Millionen Franken (Vorjahr: 209 Mio.) ist 2001 das seit langem erfolgreichste Schweizer Kinojahr. Mit dem Film "Harry Potter", den inzwischen über eine Million Zuschauer gesehen haben, lief letztes Jahr der nach "Titanic" (1,94 Mio.) zweiterfolgreichste Film aller Zeiten. 2001 ist aber auch das Jahr des europäischen Films. Nach den vom Branchenverband ProCinema in Bern veröffentlichten Jahreszahlen erreichten europäische Titel letztes Jahr einen Rekord-Marktanteil von über 30 Prozent, wobei Frankreich, Grossbritannien und Deutschland die mit Abstand erfolgreichsten Filmländer sind.
In die ersten Zehn, wo sonst fast nur US-Produktionen zu finden sind, schafften es fünf europäische Filme: Der in Grossbritannien entstandene "Harry Potter", der französische Erfolgsfilm "Amélie de Montmartre", die britischen Hits "Bridget Jones's Diary" und "Billy Elliot", sowie die deutsche Komödie "Der Schuh des Manitu". Ein Grosserfolg ist aber auch die US-Produktion "What Women Want", die mit 620'000 Eintritten gleichviel Besucher erreichte wie der vorjährige Siegerfilm "American Beauty". "What Women Want" wurde zudem nicht von einem US-Major verliehen, sondern vom unabhängigen Zürcher Verleih "Elite Film AG".
Auch die Filmcooperative Zürich, die lange Zeit als Inbegriff eines Studioverleihers galt, gehört nun selber zu den Grossen: Mit "Amélie de Montmartre" und "Der Schuh des Manitu" konnte sie ihren Marktanteil von 2.9 Prozent im Jahre 2000 auf 9.4 Prozent mehr als verdreifachen. Quantitativ waren US-Produktionen auch 2001 jedoch präsent wie immer: Unter den ersten 30 Filmen befinden sich 21 US-Titel. Beim Marktanteil hat das US-Kino mit noch 66 Prozent (Vorjahr: 76 Prozent) jedoch deutlich verloren. Mit Abstand stärkste Verleih-Gesellschaft ist mit 23.8 Prozent Marktanteil (Vorjahr: 21.3 Prozent) der US-Major UIP, der fünf Filme unter den ersten zehn hat. Die fünf erfolgreichsten Verleiher erreichen zusammen einen Marktanteil von 75 Prozent; die weiteren 23 Verleiher teilen sich in die restlichen 25 Prozent.
Schwieriges Jahr für Schweizer Filmschaffen
Das Schweizer Filmschaffen hat einmal mehr ein schwieriges Jahr hinter sich. Kein Titel erreichte mehr als 100'000 Zuschauer. Der erfolgreichste Film war das Emigrantendrama "Azzurro" von Denis Rabaglia mit rund 86'000 Besuchern, gefolgt von Markus Imbodens moderner Literaturverfilmung "Heidi" mit 80'000 Eintritten. Einen Achtungserfolg erzielte die ohne Subventionen entstandene Produktion "Das Fähnlein der sieben Aufrechten" von Simon Aeby mit 56'500 Eintritten. "Utopia Blues" von Stefan Haupt, der als bester Schweizer Spielfilm ausgezeichnet wurde, erreichte 21'500 Besucher. Der Grossteil der Schweizer Filme, die dank der Förderung "Succès cinéma" jetzt alle ins Kino kommen, hat jedoch auch im Jahre 2001 nur wenige tausend Besucher erreicht. Insgesamt hat der Schweizer Film mit 2.7 Prozent (Vorjahr: 4.2 Prozent) deutlich an Marktanteil eingebüsst.

