Die Aktionäre des Walliser Verlagshauses Rhône Média haben am Mittwoch die Jahresrechnung 2007 zurückgewiesen. Hintergrund des Eklats beim Verleger der Tageszeitung "Le Nouvelliste" sind Spannungen zwischen zwei Aktionärsgruppen. Der Abschluss 2007 sei ausgezeichnet; alle Aktionäre hätten dies eingeräumt, erklärte Verwaltungsratspräsident Hildebrand de Riedmatten am Mittwoch auf Anfrage. Der Entscheid stelle keine Massregelung des Verwaltungsrats (VR) dar. "Andernfalls wären wir zurückgetreten", sagte de Riedmatten.
Grund für den Entscheid der Generalversammlung (GV) sind die seit mehreren Jahren andauernden Streitigkeiten zwischen zwei Walliser Aktionärsgruppen. Gemäss einem Aktionärsbindungsvertrags können VR-Vorschläge nur verabschiedet werden, wenn zwei Drittel der Walliser Aktionäre einverstanden sind. Da beide Gruppen je über einen Drittel der Stimmmrechte ausüben, können sie jeden Entscheid blockieren.
De Riedmatten will nun das weitere Vorgehen im VR diskutieren. Eine neue GV sei ausgeschlossen, da zurzeit kein anderer Entscheid zu erwarten sei. Er hoffe, den Streit innert zwölf Monate beilegen zu können, insbesondere auch, weil dieser dem Image der Firma schade. Sollte sich keine Lösung abzeichnen, müsse der VR an ein Gericht gelangen. Ohne abgesegnete Jahresrechnung könne man eine Firma nicht führen.
Die Rhône Média Gruppe erzielte im letzten Geschäftsjahr einen Gewinn von 1,5 Millionen Franken. Der Cash-flow lag mit 4,5 Millionen Franken 500 000 Franken über Budget. Der Umsatz belief sich auf 38 Millionen Franken. Laut de Riedmatten steht die Firma auf gesunden Beinen. (sda)

