Die Aktionärinnen und Aktionäre der Tamedia AG wollen keine Dividendenkürzung. Sie haben an der Generalversammlung am Freitagnachmittag im Zürcher Kongresshaus einen entsprechenden Antrag abgelehnt.
An der GV stellte das Personal mit Unterstützung der Gewerkschaft Syndicom und dem Berufsverband impressum den Antrag, die Dividende zu kürzen und mit dem Geld einen Fonds zur Erhaltung der Informationsqualität, der Pressevielfalt und der Sicherung von Arbeitsplätzen zu äufnen.
Konkret sollten die Aktionäre auf die Hälfte ihres jeweiligen Betrags verzichten, also auf 2.25 Franken pro Aktie. Die deutliche Mehrheit wollte dies aber nicht und lehnte den antrag ab. Die Aktionäre erhalten somit 4.50 Franken pro Aktie. Dies ist die zweithöchste Ausschüttung seit Börsengang.
Tamedia hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Gewinn von 152 Millionen Franken erwirtschaftet. Dennoch kündigte die Unternehmensleitung im März an, den Redaktionen und Druckereien von Tamedia würden würden in den kommenden drei Jahren 34 Millionen Franken eingespart, davon 18 Millionen in der Westschweiz.
Ludovic Rocchi, Sprecher französischschprachiger Tamedia-Redaktionen, sprach an der GV von einem Vertrauensproblem gegenüber Tamedia. Diese erscheine als gierig. Sparmassnahmen zerstörten die Leidenschaft für den Beruf und gefährdeten die Qualität des Journalismus.
Verwaltungsratspräsident Pietro Supino bedauerte am Freitag, dass die Ankündigung eines Sparprogramms Verunsicherung ausgelöst habe. Es gehe jedoch darum, die Zukunft des Unternehmens langfristig auch in einem wirtschaftlich und strukturell anspruchsvollen Umfeld zu sichern. (sda)

