04.02.2011

Fall Kachelmann

Alice Schwarzer soll aussagen

Frauenrechtlerin musste umgehend Gerichtssaal verlassen.

Überraschung im Gerichtssaal: Jörg Kachelmanns Anwalt Johann Schwenn hat gestern während der laufenden Verhandlung vorm Landgericht Mannheim beantragt, Alice Schwarzer als Zeugin in dem Vergewaltigungs-Prozess vorzuladen. Dies berichtet Turi2.de. Die Frauenrechtlerin, die für "Bild" über den Fall berichtet, musste daraufhin umgehend ihren Zuschauerplatz im Gerichtssaal verlassen, denn mögliche Zeugen dürfen laut Strafprozessordnung der Verhandlung nicht beiwohnen.

Anwalt Schwenn begründet seinen Antrag damit, dass Schwarzer bezeugen soll, dass sie mit dem Trauma-Experten Günter Seidler, der als Zeuge der Anklage auftritt, über das Verfahren gesprochen habe. Dadurch werde sich "die Einbindung der Zeugin Schwarzer und anderer Gleichgesinnter in den öffentlichen Feldzug gegen den Angeklagten erweisen". Die "Bild"-Zeitung wertet dies als "Farce". Schwarzer sagt, es gebe "keinen Feldzug". Wenn Schwenn so weitermache, könne er "alle Journalisten im Saal loswerden, die ihm nicht passen."

Schwarzer muss dem Prozess nun solange fernbleiben, bis das Gericht über den Antrag entschieden hat und sie gegebenenfalls ihre Aussage gemacht hat. Allerdings hat Schwarzer als Journalistin Zeugnisverweigerungsrecht. "Spiegel"-Gerichtsreporterin Gisela Friedrichsen kommentiert, Schwarzer werde den Prozess also "erst wieder beobachten können, wenn sie als Zeugin sagt, dass sie nichts sagt."


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