Nach Roger Köppel und Harry Hohmeister kommt wieder einmal eine Frau: Roger Schawinski darf sich über die Zusage von Andrea Bleicher freuen. Wie persoenlich.com weiss, wird die abgesetzte "Blick"-Chefredaktorin ad interim am 9. September Gast in der Talkshow "Schawinski" des Schweizer Fernsehens sein. "Ich war mit ihr im Juni Essen, dabei vereinbarten wir einen Termin im September. Der wird nun wahrgenommen, trotz oder gerade wegen den jüngsten Ereignissen", erklärt Roger Schawinski den Grund, warum Bleicher erst in rund 10 Tagen im Leutschenbach zu Gast sein wird, und nicht bereits vor einer Woche, als das Thema "Blick-Chefredaktion" brandaktuell gewesen wäre.
Talksendung sei keine Gerichtsverhandlung
Nachdem immer wieder über Schawinskis vermeintliche Schwierigkeit geschrieben wurde, Frauen als Interviewgäste gewinnen zu können, könnte Bleichers Einwilligung darauf hinweisen, dass "Roger Schawinskis Frauenproblem" (Blick) gar nicht so akut ist, wie gemeinhin kolportiert.
Bleicher erklärte, dass sie sich nicht wahnsinnig lange überlegt habe, ob sie die Einladung annehmen oder ablehnen werde. "Ich sehe nicht ein, warum ich nicht in diese Sendung gehen sollte", sagt die 39-Jährige gegenüber persoenlich.com. Bleicher sieht dem 9. September gelassen entgegen. "Die Sendung ist ja keine Gerichtsverhandlung und ich muss ja auch nichts beweisen, sondern nur Fragen beantworten, sofern ich sie überhaupt beantworten kann." Deshalb sehe sie keinen Grund, sich nicht in den Ring zu trauen.
Konfrontative, nicht objektive Gesprächskultur
Andere Gäste zögern offenbar stärker. So zum Beispiel Regula Stämpfli oder Simone Meier. Nach der Sommerpause wollte SRF-Talkmaster Schawinski mit Meier, der Journalistin und Frauenbeauftragten des "Tages-Anzeigers", über Frauen in der Arbeitswelt sprechen. Doch sie gab Schawinski einen Korb. "Fernsehen ist nicht mein Talent", begründet sie die Absage. Schawinski sei ein "grosser, gewiefter und gefährlicher" Talkmaster, dem sie sich nicht gewachsen fühle. Er sei zu konfrontativ, die Gesprächskultur zu wenig objektiv.
Bleicher hingegen sieht der Sendung entspannt entgegen. Über eine Teilnahme müsse natürlich jeder eigenständig entscheiden. Sie selber geniesst momentan die freie Zeit. Seit Bekanntgabe des neuen Blick-Chefredaktors René Lüchinger am Dienstag, 20. August, ist Bleicher freigestellt. Sie hatte sich von ihren früheren Mitarbeitern verabschiedet und ist daher nicht mehr im Newsroom an der Dufourstrasse anzutreffen. (eh)

