13.05.2004

"Anna Maier, ist das ein Aufstieg?"

Die beliebte News-Anchor-Woman von TeleZüri, Anna Maier (Bild), übernimmt per Ende August die Moderation von "people", dem Magazin der Schweizer Illustrierten auf Sat.1 Schweiz. Gegenüber "persoenlich.com" erklärt die Nachfolgerin von Anita Kunz Motivation und Hintergründe, spricht über Roger Schawinskis Rolle für ihren neuen Job und verrät mögliche Veränderungen bei der Sendung. Das Interview:
"Anna Maier, ist das ein Aufstieg?"

Sechs Jahre lang prägten Sie TeleZüri mit, jetzt werden Sie fahnenflüchtig. Was ist bei Sat.1 Schweiz besser?

"Besser" möchte ich nicht sagen... Ich bin seit acht Jahren in diesem Haus, nach der Lehre zuerst bei Radio 24 und die letzten sechs Jahre bei TeleZüri. Jetzt will ich sehen, wie es ausserhalb so ist -- was aber überhaupt nicht heisst, dass ich unbedingt weg gewollt hätte oder dass es mir nicht mehr gefiele. Ich konnte hier sehr vieles machen, und dafür bin ich dankbar.

Aber ein bisschen langweilig ist Ihnen doch geworden?

Nein, denn bei den News passiert ja immer etwas. Es ist einfach so, dass ich mich jetzt weiter bewegen muss.

Und zwar von der seriösen News-Anchor-Woman mit täglicher Bildschirmpräsenz zur "Klatschtante" eines Wochenmagazins. Ist das ein Aufstieg?

Sat.1 hat keine Klatschtante gesucht, sondern eine Moderatorin für das Unterhaltungsmagazin. Ich finde das jedenfalls keinen Abstieg. Es ist doch bemerkenswert, wie verbissen zwischen News und Unterhaltung unterschieden wird. Im "TalkTäglich" habe ich letztlich auch vor allem prominente Schweizer interviewt. Man kann nicht einfach sagen, News seien seriös und der Rest nicht.

Die Fernseh-Version der SI ruft -- vorsichtig ausgedrückt -- weniger Echo hervor als das Printprodukt. Wie wollen Sie das ändern?

Die Sendung ist noch jung und entwickelt sich. Das braucht Zeit. Wir sind daran, das Konzept der Sendung zu optimieren und auf meine Stärken auszurichten. Zum Beispiel diskutieren wir über die Einführung eines Talks, das würde ich sehr gerne machen! Mehr kann ich aber nicht sagen, es ist nichts spruchreif. Sicher ist: Bei meinem Arbeitsbeginn am 23. August wird Einiges anders sein.

Wann haben Sie den Vertrag unterschrieben?

Anfang Woche.

Die Suche nach einer Nachfolge für Anita Kunz dauerte statt der angekündigten paar Wochen ganze zwei Monate. Fand sich sonst niemand?

Das ist doch nicht lange, schliesslich hatten verschiedene Leute mitzureden.

Waren Sie schon lange im Gespräch?

Das müssen Sie die Redaktionsleitung fragen.

Für Sie war es jedenfalls kein Spontanentscheid?

Ich folgte meinem Bauchgefühl, ein Kurzschluss war es aber nicht. Ich war offen und konnte mir das vorstellen. Es ist eine einmalige Chance, eine eigene, massgeschneiderte Sendung zu erhalten.

Und weil Sie offen waren, hätte es auch etwas Anderes sein können?

Ich war nach acht Jahren, wie gesagt, bereit für etwas Neues. Das Sat.1-Angebot war genau das, was mir vorschwebte.

TeleZüri-Gründer Roger Schawinski wird Sat.1-Chef. Dann wechselt TeleZüri-Moderatorin Anna Maier zu Sat.1. Das ist selbstverständlich reiner Zufall, oder?

Ja, das ist reiner Zufall. Roger Schawinski hat bei Sat.1 Schweiz keinen Einfluss. Die Sendung wird von RingierTV produziert, und es war das Haus Ringier, dem 50 Prozent von Sat.1 Schweiz gehört, das mich zum Sender geholt und einen Vertrag angeboten hat. Natürlich würde ich mich aber sehr über eine Glückwunsch-Mail von Roger freuen...

Immerhin kennen Sie Ihre neue Chefin, die "people"-Redaktionsleiterin Anouk Haimoff, bereits aus TeleZüri-Zeiten. Also doch ein Beziehungsdelikt?

Nein, das würde niemandem etwas nützen. Ich kenne fast das ganze Team von früher, das hat meinen Entscheid sicher erleichtert.

Und wenn Sie der "Roschee" dann doch dereinst nach Deutschland berufen wollte, würden Sie Ihre "Lieblings-Sommerstadt" Zürich verlassen?

Ich habe eben einen neuen Job angenommen. Da denke ich noch nicht an den übernächsten.

Schawinski hat Sie aber noch nicht kontaktiert?

Nein, definitiv nicht.


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