08.09.2021

Bund-Essay-Wettbewerb

Annemarie Lanker gewinnt den ersten Preis

Mit ihrem Essay «Möglichst lange selbständig bleiben» konnte sie die Jury überzeugen. Rang 2 ging an Dragica Rajčić Holzner, Rang 3 an Daniel Schläppi.
Bund-Essay-Wettbewerb: Annemarie Lanker gewinnt den ersten Preis
Freut sich über die Auszeichnung: Annemarie Lanker. (Bild: zVg)

Anlässlich der Preisverleihung vom 7. September 2021 in der Berner Dampfzentrale kürte das Publikum die Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Bund-Essay-Wettbewerbs zum Thema «Wird uns Corona nachhaltig verändern – hier und überhaupt in allen Ländern?». Der Essay von Annemarie Lanker erhielt am meisten Stimmen, auf Platz zwei rangierte der Essay von Dragica Rajčić Holzner und auf Platz drei jener von Daniel Schläppi. Der Wettbewerb ist mit insgesamt 9’000 Franken Preisgeld dotiert, wie es in einer Mitteilung heisst.

1. Essay-Preis: Annemarie Lanker, «Möglichst lange selbständig bleiben» (5000 Franken)

Laudatio von Nicole Bachmann, Krimiautorin und Psychologin: «Während der Pandemie hat man viel darüber gelesen, was alte Menschen nun benötigen würden. Man hat hingegen wenig Stimmen von alten Menschen selbst gehört. Dies hier ist die intelligente, reflektierte und gleichzeitig aufmüpfige Stimme einer alten Frau. Der Essay in Form eines Tagebuchs überrascht mit Einsichten, die gegen den Strich der Erwartungen gebürstet sind und weit über die individuelle Perspektive Gültigkeit haben – und der Text beschenkt uns mit einem wunderbar tröstlichen Ende.»

2. Essay-Preis: Dragica Rajčić Holzner, «Ausflug über die Grenze, eine wahre Geschichte» (2500 Franken)

Laudatio von Ueli Balsiger, Musiker und Autor: «Das gestellte Thema grosszügig umfahren und trotzdem ins Schwarze treffen – geht das? In diesem Text kommt genau einmal das Wort Pandemie-Welle und zweimal das Wort Corona vor. Erzählt wird von der Beerdigung eines Familientyrannen. Eine geradezu archetypische Geschichte, wie sie sich auch vor Tausenden von Jahren zugetragen haben könnte. Ein paar Hinweise genügen ­– und auch die Corona-Gegenwart erscheint als Variante einer grossen Menschheitsgeschichte. Ein eigenwilliger, starker und trotziger Text.»

3. Essay-Preis: Daniel Schläppi, «Corona kann mich kreuzweise» (1500 Franken)

Laudatio von Patrick Feuz, Chefredaktor Der Bund: «Mit analytischer Schärfe und sprachlicher Präzision seziert der Autor, wie wir und unsere Institutionen in die Corona-Schockstarre geraten sind. Schonungslos werden fragwürdige Mechanismen im Politik-, Medien- und Wissenschaftsbetrieb offen gelegt, die in ihrer Summe ein Klima der Angst geschaffen und eine Diskussion über Alternativen zum Lockdown abgewürgt haben. Ein unbequemer Text, der sich nicht als Corona-Leugner-Elaborat abtun lässt. Es tut weh zu lesen, wie schnell die Rationalität in bestimmten Situationen auf der Strecke bleibt.»

Die Top 10 aller Essays sind seit Mittwoch auf derbund.ch publiziert, der Siegertext erscheint zudem in der Printausgabe. (pd/tim)



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