In der Kredit- und Medienaffäre wächst der Druck auf den deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, weitere Informationen zugänglich zu machen. Doch sein Anwalt Gernot Lehr verweigert die geforderte Veröffentlichung.
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel legte dem Staatsoberhaupt am Mittwoch indirekt nahe, offene Fragen zur der Affäre zu beantworten. Doch Wulffs Anwalt lehnte es am Abend "aus Rechtsgründen" erneut ab, sämtliche Medienanfragen und die Antworten zu publizieren.Unter den deutschen Christdemokraten gibt es zunehmend Unmut darüber, dass der Bundespräsident nicht wie angekündigt alle Details zu der Affäre öffentlich macht.
Die Kritik konzentriert sich darauf, dass Wulff vor einer Woche im Interview von ARD und ZDF angekündigt hatte: "Morgen früh werden meine Anwälte alles ins Internet einstellen. Dann kann jede Bürgerin, jeder Bürger jedes Details zu diesen Abläufen sehen und bewertet sehen, auch rechtlich." Lehr legte am folgenden Tag aber nur eine sechsseitige Zusammenfassung zur Kreditfinanzierung von Wulffs Eigenheim und zu diversen Urlaubsreisen vor.
Anwalt: Offenlegung würde Recht der Journalisten verletzen
Am Mittwoch gab Wulffs Anwalt eine neue Erklärung ab. Darin argumentiert er, eine Offenlegung der Anfragen von Journalisten würde deren Recht am eigenen Wort und an dem Schutz ihrer Rechercheergebnisse oder -ziele verletzen. "Wir bitten deshalb um Verständnis dafür, dass wir aus Rechtsgründen daran gehindert sind, den Schriftverkehr mit den Medienvertretern zu veröffentlichen." Nach Lehrs Angaben sind inzwischen über 500 mündliche und schriftliche Anfragen in Bezug auf Christian Wulff eingegangen. Nur einige wenige davon seien offen und würden in Kürze beantwortet. Die Antworten stünden den anfragenden Journalisten zur Verfügung und dienten der Information der Öffentlichkeit. (sda/dpa)

