Die Archive des Westschweizer Journalisten Roger de Diesbach sind in den letzten fünf Jahren klassiert und inventarisiert worden. Nun stehen sie mit Erlaubnis der Familie Forschenden offen. Der 2009 Verstorbene gilt als Pionier des investigativen Journalismus in der Westschweiz.
Die Ehefrau de Diesbachs hatte die umfangreichen Archive 2010 dem Freiburger Staatsarchiv übergeben. Alles in allem umfassen die Archive 27 Laufmeter Dokumente, datiert aus den Jahren 1916 bis 2009, wie aus einer Mitteilung der Freiburger Staatskanzlei vom Donnerstag hervorgeht.
Die Archive öffnen gleichsam die Türe zur Werkstatt des Journalisten und erlauben einen Blick in die oft komplexe Entstehungsgeschichte von Recherchen und Texten.
Nach einer Grundausbildung beim Journal de Genève leitete de Diesbach in den 1970-er Jahren den Recherche- und Reportagedienst der Schweizerischen Depeschenagentur. Es folgten Jahre als Bundeshauskorrespondent der Tribune de Lausanne-Le Matin, bis de Diesbach 1986 eine unabhängige Presseagentur gründete, das Bureau de reportage et de recherche d'information (BRRI).
Als das BRRI aus finanziellen Gründen schliessen musste, trat de Diesbach wieder in den Dienst des Journal de Genève-Gazette de Lausanne, bevor er 1996 zum Chefredaktor der Zeitung La Liberté ernannt wurde.
Eine Krankheit zwang ihn 2004, seinen Posten abzugeben. Bis zu seinem Tod im Jahr 2009 blieb er jedoch für die Liberté tätig. (sda)
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