12.06.2013

Reporter ohne Grenzen

Attackiert griechische Regierung

Kritisiert Abschaltung des Staatsrundfunks als "haarsträubend" und "aberwitzig".

Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) hat die Entscheidung der griechischen Regierung zur Abschaltung des Staatsrundfunks ERT als "haarsträubend" und "aberwitzig" kritisiert.

Die Regierung in Athen müsse dies "sofort" rückgängig machen, forderte die Organisation am Mittwoch in Paris. Eine solch "plötzliche und brutale Entscheidung" könne nur "Bestürzung"
auslösen, erklärte RSF-Generalsekretär Christophe Deloire. Die Organisation erinnerte daran, dass es bei der Pressefreiheit in Griechenland seit dem Jahr 2011 eine ständige Verschlechterung gebe.

Die griechische Regierung hatte am Dienstag überraschend das Aus für den Staatsrundfunk ERT verkündet und dies mit schlechter Führung und hohen Kosten begründet. Schon wenige Stunden später wurde am Abend kurz nach 23 Uhr das Programm abgeschaltet, die Fernsehbildschirme wurden schwarz. Gewerkschaften, aber auch zwei Koalitionspartner der Regierung des
konservativen Ministerpräsidenten Antonis Samaras kündigten ihren Widerstand
gegen die Entscheidung an.

Am Mittwochmorgen traten als Reaktion auf die Entscheidung alle griechischen Journalisten in den Streik. In allen griechischen Radio- und Fernsehsendern gibt es seit 6 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) keine Nachrichten mehr. Wegen des Streiks wird es am Donnerstag in Griechenland keine Zeitungen geben. (sda)


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