15.05.2013

Bloomberg

Auch SNB untersucht möglichen Datenmissbrauch

Fraglich ist, ob Journalisten Daten von Bloomberg-Terminals eingesehen haben.

Auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) überprüft, ob und in welchem Mass der Finanzinformationsdienstleister Bloomberg die Nutzungsdaten der SNB seinen Journalisten zugänglich gemacht hat. Ähnliche Untersuchungen haben bereits andere Notenbanken wie die Europäische Zentralbank oder die Bank of Japan angekündigt. 

Bloomberg hat unlängst eingeräumt, dass eigenen Redaktoren bis vor kurzem beschränkt Einblick in die Nutzungsdaten von Kunden gewährt wurde. Die so genannten Bloomberg-Terminals stehen weltweit auf den Schreibtischen vieler Banker und anderer Akteure der Finanzmärkte. Aktuelle Daten und Nachrichten, die darauf abrufbar sind, sind oft Grundlage für milliardenschwere Investitions-oder Handelsentscheidungen.
 
Gemäss Bloomberg-Chefredaktor Matthew Winkler hätten gewisse seiner Journalisten erkennen können, wann ein Nutzer sich an seinem Terminal angemeldet hatte und für welche übergeordneten Themenfelder er sich interessierte.
 
Die SNB untersucht nun, ob Bloomberg-Journalisten auch Nutzungsdaten von Bloomberg-Terminals bei der SNB eingesehen haben könnten. Man sei in diesem Zusammenhang auch mit anderen Zentralbanken in Kontakt, wie die SNB am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda bekannt gab.
 
Der Missbrauch von Nutzerdaten durch Bloomberg-Journalisten war vergangene Woche an die Öffentlichkeit gedrungen, nachdem sich die US-amerikanische Investmentbank Goldman Sachs beschwert hatte. Anschliessend hatte Bloomberg die Datenlücke nach eigener Auskunft umgehend geschlossen.
 
Chefredaktor Winkler sprach in einem Leitartikel auf der Internetseite des Finanzinformationsdienstleisters von einem eigentlich "unverzeihlichen" Fehler. (sda)
  


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören