29.04.2008

USA

Auflagenschwund der Zeitungen schreitet voran

Rückgang um fast 4 Prozent im letzten Halbjahr.

Der US-Zeitungsmarkt befindet sich weiterhin im Abwärtstrend. Wie das Wall Street Journal berichtet, sind die Auflagenzahlen fast aller grossen Titel des Landes erneut deutlich gesunken. Offenbar schreitet die Abwanderung der Leser ins Internet schneller voran als erwartet. Laut dem Audit Bureau of Circulations ist die durchschnittliche wöchentliche Auflagenzahl der Tageszeitungen in den vergangenen sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,6 Prozent zurückgegangen. Die Sonntagsauflagen waren mit 4,6 Prozent Rückgang im Durchschnitt noch stärker betroffen.

Unter den Top-Ten-Zeitungen in den USA konnten nur zwei Titel eine leichte Auflagensteigerung verzeichnen. Zum einen legte "USA Today", die grösste US-Tageszeitung, um 0,3 Prozent zu. Daneben erzielte das "Wall Street Journal" ein Plus von 0,4 Prozent an Abo-Kunden. Allerdings zählen dazu neben den Printabos auch rund 352'000 Online-Kunden, die vom Audit Bureau als Teil der Auflage anerkannt werden. Auch andere Zeitungen verfügen inzwischen über Online-Modelle, die ähnlich gelagert sind und mit eingerechnet werden, das "Wall Street Journal" liegt hier allerdings weit voran.

Die negative Entwicklung der Auflagenzahlen hat in den USA mittlerweile eine fast zwanzigjährige Geschichte. Aufgrund von zunehmender Konkurrenz im Kampf um Werbegelder und die Aufmerksamkeit der Leser sowie letztlich dem Aufkommen des Online-Booms leiden die Zeitungen fortlaufend an Auflagenschwund. Die jüngsten Rückgänge seien zwar bitter, jedoch nicht überraschend, meint Zeitungsanalyst John Morton. (pte)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen