09.08.2011

NZZ

Baut Onlineredaktion aus

Peter Hogenkamp sucht acht neue Journalisten.
NZZ: Baut Onlineredaktion aus

"Nachdem wir in die Technologie, vor allem in ein neues Contentmanagement-System investierten, ist der Personalausbau der konsequente, nächste Schritt in unserer Onlinestrategie", erklärt Peter Hogenkamp, Leiter Digitale Medien der NZZ-Gruppe gegenüber persoenlich.com. Tatsächlich ist NZZ Online mit bisher 15 Vollzeitstellen dünn besetzt im Vergleich mit den 60, respektive 40 Vollzeitstellen bei 20min.ch und beim Newsnetz, oder den 190 Blick-Newsroom-Mitarbeitern. Nun will die NZZ aufholen und sucht dazu acht neue Onlinejournalisten, darunter ein bis zwei Videojournalisten.

Ressortstruktur geplant

Auch bei der Organisation will die NZZ einen Schritt vorwärts machen. Dazu will Hogenkamp neu eine Ressortstruktur einführen. NZZ-Onlinejournalisten arbeiteten bis anhin alle in der Nachrichtenredaktion, bis auf vier Journalisten, welche die Bereiche Sport und Finanzen betreuten. Dies soll sich durch die Neueinstellungen ändern. Doch welche Ressorts konkret er etabliert, weiss Hogenkamp noch nicht: "Ich will mich noch nicht festlegen. Wir suchen Leute quer über alle Ressorts; Inland, Wirtschaft usw." Auf die Frage, ob NZZ-Online eher jüngere Leute sucht, weil das Durchschnittalter mit über 45 Jahren deutlich über jenem vom Newsnetz (35.7 Jahre) und jenem von 20min (33 Jahre) liegt, sagt Hogenkamp: "Wir suchen tendenziell schon jüngere Leute, doch ich möchte keinen unerfahrenen 20-Jährigen einstellen. Wichtiger als das Alter sind Kompetenz und Erfahrung."

Kampf um qualifizierte Leute

Die NZZ wird in den nächsten Tagen Inserate schalten. Dabei ist das Angebot an erfahrenen Onlinejournalisten beschränkt. Und es wäre nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter von 20min oder dem Newsnetz an die Falkenstrasse wechseln. Ist Tamedia eine interessante Rekrutierungsstätte für die NZZ oder geht man sogar richtiggehend auf Abwerbetour? Hogenkamp sagt dazu: "Ja, einige meiner Mitarbeiter sind von 20min zur NZZ gekommen. Doch vom Newsnetz wechselte bisher nur ein einziger Journalist zu uns. Abwerben ist ein grosses Wort, davon würde ich nicht sprechen." Aber die Szene sei klein und es gebe wenige qualifizierte Fachkräfte. "Daher ist es fast unmöglich acht neue Onlinejournalisten anzustellen, ohne dass man Leute der Konkurrenz holt."

Text: Edith Hollenstein


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