24.07.2013

Impressum

Begrüsst Forderungen der SP zur Medienpolitik

Lösungsansätze ohne "falsche Tabus" prüfen.

Impressum, der Berufsverband der Medienschaffenden in der Schweiz, begrüsst es, dass die SP Schweiz die Stärkung der Medien in der Schweiz in ihre Prioritätenliste aufnimmt. In einer direkten Demokratie ist es in der Tat eine wichtige Aufgabe der Parteien in der öffentlichen Meinungsbildung mitzuwirken, wie Impressum erklärt. Es sei daher anerkennenswert, dass eine Regierungspartei die Diskussion über dieses Thema aufgenommen hat.

Bereits seit langem stelle Impressum fest, dass die Medienkonzentration als Folge der Gewinneinbrüche in der Werbung und der rückläufigen Auflagen zu einer Abnahme der Medienvielfalt führt – sowohl in Bezug auf die einzelnen Titel, wie auch in Bezug auf die inhaltliche Vielfalt. Dazu komme, insbesondere bei gewissen börsenkotierten Medienunternehmen, eine Fixierung auf den wirtschaftlichen Ertrag. Die Tendenz zur Gratismentalität berge zudem die Gefahr, den Wettbewerb stark zu verzerren, was eine neue, nie da gewesene Herausforderung ohne Vergleich am Wirtschaftsstandort Schweiz darstelle.

Daneben führen die bereits seit Jahren andauernden Restrukturierungen in der Medienlandschaft zu einer immer unerträglicheren Unsicherheit, die der Medienfreiheit ebenfalls schade, wie Impressum weiter erklärt. Angestellt werden immer jüngere Journalisten, während "die erfahrenen Kollegen" nach und nach verdrängt werden. Die Tatsache, dass die Medienbranche in der Deutschschweiz und im Tessin zudem seit bald zehn Jahren über keinen Gesamtarbeitsvertrag mehr verfügt und dass der Kollektivvertrag in der Romandie Ende 2012 gekündigt wurde, verstärke diese Situation weiter.

In einem hart umkämpften Markt führe die Dominanz einzelner Gruppierungen und deren Zusammenschlüsse zu Quasi-Monopolen und erschwere die Situation immer weiter, kritisiert Impressum die aktuelle Situation in der Schweizer Medienlandschaft. Unter diesen Bedingungen müssen Lösungsansätze ohne falsche Tabus geprüft werden. Die Variante einer direkten Presseförderung dürfe deshalb nicht von vornherein als mögliche Unterstützung für die Pressefreiheit ausgeschlossen werden.

Wie Impressum weiter meint, verdienen die Lösungsvorschläge der SP eine vertiefte Prüfung. Der Berufsverband der Medienschaffenden der Schweiz möchte zudem andere politische Parteien ermuntern, die aufgeworfenen Ideen mitzutragen und sich selber an der Erarbeitung einer Lösung beteiligen. (pd)

 


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