01.02.2011

Sudan

Behörden verstärken Druck auf unabhängige Medien

Zensurbestimmungen verschärft.

Die sudanesischen Sicherheitsbehörden haben nach dem Ausbruch von Studentenprotesten ihren Druck auf die wenigen unabhängigen Medien des Landes verstärkt. Wie die "Sudan Tribune" berichtete, verschärften die Behörden die Zensurbestimmungen. Die Behörden beschlagnahmten am Dienstag die Druckausgaben zweier Tageszeitungen. Einer dritten Zeitung wurde die Schliessung angedroht, sollte sie weiter über die Proteste gegen die Regierung berichten.

Bereits am Sonntag waren mindestens sieben Journalisten vorübergehend festgenommen worden, die über die Demonstrationen berichtet hatten. Bei Zusammenstössen mit der Polizei war ein Student ums Leben gekommen. Für Donnerstag haben die Studenten über soziale Netzwerke zu neuen Demonstrationen in Khartum und anderen Städten nach dem Vorbild Ägyptens und Tunesiens aufgerufen.

Ursprünglich richteten sich die Proteste gegen Preiserhöhungen und die Verhaftung des Oppositionsführer Hassan Al-Turabi. Präsident Omar Al-Baschir wird aber auch für die bevorstehende Teilung des bisher grössten Landes Afrikas verantwortlich gemacht, nachdem sich die Bevölkerung im Südsudan mit überwältigender Mehrheit in einer Volksabstimmung für einen unabhängigen Staat ausgesprochen hat.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International rief die sudanesische Regierung auf, alle der mindestens 70 am Sonntag festgenommenen Demonstranten frei zu lassen und das Recht auf Meinungsäusserung zu respektieren. (sda)


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