06.02.2008

Presserat

Berichte über Priester-Suizid werden untersucht

Tragen die Medien eine Mitschuld am Tod?

Der Presserat hat eine Untersuchung angekündigt zum Suizid eines Geistlichen, der im Verdacht der Pädophilie stand. Laut Präsident Dominique von Burg soll abgeklärt werden, ob die Medien zu weit gegangen sind.

Der 45-Jährige Priester aus Neuenburg hat sich am vergangenen Sonntagabend mit seiner Armeewaffe getötet. In seinem Abschiedsbrief schrieb er, dass er die gegen ihn veranstaltete Hetzjagd nicht mehr ertrage.

In den Wochen zuvor hatte die Presse wiederholt über den Fall berichtet. Zudem hatte ein Internetblog eine Art Hetzjagd gegen den Priester veranstaltet, um dessen Identität aufzudecken.

Presseratspräsident Dominique von Burg betonte in seiner Stellungnahmen das "Recht auf Vergessen", da die Vorfälle bereits verjährt waren. Zugleich aber verteidigte er die Medien, die "zuerst einmal ihre Aufgabe erfüllt haben", wie es in einer Agenturmeldung von AP heisst. Das Thema sei von der Kirche lange verschwiegen worden.


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