14.11.2011

Mediaset

Berlusconis Sender schwächelt

Aktienkurs fiel um zwölf Prozent.

Durch den Verlust des grössten Teils seiner politischen Macht wird auch Silvio Berlusconis Position als führender Medienunternehmer Italiens geschwächt. Aber selbst wenn sein Medienunternehmen die Spitzenposition einbüsst, wird der Stil von Berlusconi die italienische Medienlandschaft noch lange beeinflussen. Nachdem Berlusconi seinen Rücktritt angekündigt hat, ist der Aktienkurs seines Medienkonglomerats Mediaset um zwölf Prozent gefallen. Auch der politische Vorteil für werbende Unternehmen fällt weg. Mediaset hat schon vor Berlusconis Rücktrittserklärung bescheidene Quartalszahlen veröffentlicht, was den wirtschaftlichen Druck auf Berlusconi noch erhöht. Die wirtschaftlichen Zukunftsaussichten für Berlusconi sind ebenfalls trüb.

Die zunehmende Konkurrenz am TV-Markt und die schlechte Wirtschaftslage in den Hauptmärkten Italien und Spanien bereiten der Konzernführung Kopfzerbrechen. Nun wird auch die Rai wieder zur Konkurrenz für Berlusconi. Als Premierminister konnte er bisher prominente Kritiker aus der Rai entfernen und so die Konkurrenz schwächen. Der direkte Einfluss der Politik auf die Rai wird auch unter Berlusconis Nachfolgern erhalten bleiben, und könnte sich für den Cavaliere deshalb im Nachhinein als Schuss ins Knie erweisen.Vor allem die Mediengesetze, die Berlusconi erlassen hat, prolongieren den Einfluss. Italien hat momentan aber dringendere Probleme, als dies zu ändern. (pte)


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