Werden einem Politiker in einer Glosse persönliche Motive als eigentliche Ursache einer scharfen politischen Kritik unterstellt, darf der Leserschaft nicht vorenthalten werden, dass der Betroffene dieses Motiv im gleichen Zusammenhang deutlich dementiert hat. Darauf weist der Presserat in einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme hin.
Bezugnehmend auf ein zuvor in der Freiburger Liberté erschienenes Interview veröffentlichte der SonntagsBlick im September 2004 eine kurze Glosse über den früheren BIGA-Direktor und ehemaligen Nationalrat Jean-Pierre Bonny. Anlass war dessen heftige Kritik am Projekt einer neuen Regionalpolitik. SonntagsBlick warf in diesem Zusammenhang die Frage auf, ob Bonny frustriert darüber sei, ob der nach ihm benannte "Bonny-Beschluss" zur Regionalpolitik aus den Geschichtsbüchern zu verschwinden drohe. Bonny gelangte daraufhin an den Presserat und wies darauf hin, er habe im Interview der Liberté, dass die Grundlage der Glosse des SonntagsBlick bildete, den "Bonny"-Beschluss ausdrücklich als überholt bezeichnet. Zudem habe der SonntagsBlick eine von ihm verlangte Berichtigung nicht korrekt veröffentlicht.

