04.01.2011

DRS

"Bettmümpfeli"-Erzählerin gestorben

Karen Meffert ist tot.

Die "Bettmümpfeli"-Erzählerin Karen Meffert ist tot. Sie starb Ende Dezember im Alter von 83 Jahren in Zürich. Meffert war eine der ersten Frauen, die für das Schweizer Radio und Fernsehen gearbeitet hatten. Berühmt wurde sie aber vor allem mit ihren Gutenachtgeschichten. Dreizehn Jahre lang erzählte Meffert am Schweizer Radio das "Bettmümpfeli", kleine Gutenachtgeschichten, von denen viele auch aus ihrer eigenen Feder stammten. Es habe ihr viel Freude gemacht, diese prägnanten Geschichten zu schreiben und zu erzählen, sagte Meffert in ihrem letzten Interview vom Oktober 2010 mit der Fernsehzeitschrift "Tele". Am Anfang sei sie aber nicht ganz sicher gewesen, ob das gut laufe.

Die phantasievollen Kurzmärchen in Mundart wurden dann aber für unzählige Kinder zum abendlichen Ritual - bis ins Jahr 1980, als die "Bettmümpfeli" durch eine Sportsendung ersetzt wurden. Den Gutenachtgeschichten blieb Meffert trotzdem treu: Sie veröffentlichte bis Mitte der 90-er-Jahre zahlreiche Langspielplatten und Kassetten mit Geschichten "für di Chline". Dazu kamen mehrere "Bettmümpfeli"-Bücher.

Vor den Gutenachtgeschichten - also in den 60er-Jahren - war Meffert für die Radiosendung "Chummerchischte" verantwortlich, in der sie Kindern und Jugendlichen bei der Lösung von Alltagsproblemen beistand. Manchmal habe es sie traurig und nachdenklich gestimmt, was sie zu hören bekommen habe, sagte sie im selben Interview. Häufig behandelt wurden Sorgen wie etwa fehlende Kommunikation in der Familie, die rigiden Kleidervorschriften oder etwa, dass die Jugendlichen kein "Bravo" lesen durften.

Parallel zu ihren Radiosendungen arbeitete die zweifache Mutter auch noch für das Schweizer Fernsehen, wo sie als Redaktorin, Moderatorin und Produzentin tätig war - zuerst für Kindersendungen, später aber auch für Formate wie "Ratgeber", "Seniorama" und "Treffpunkt". (sda)


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