23.03.2004

Ringier

Bevorteilung von Coop in der Berichterstattung dementiert

Coop korrigierte Hochpreisimage via Blick.

Der K-Tipp hatte sich in einem Preisvergleich zwischen Coop und Migros zu Gunsten von letzterer ziemlich verhauen. Um sein Hochpreisimage zu korrigieren, hat Coop auf den Blick als Plattform zurückgreifen können. Wie der Tages-Anzeiger vermutet, hat das Ringier-Blatt dem Grossverteiler nicht ganz frei von wirtschaftlichen Überlegungen unter die Arme gegriffen. Der Grund: Ringier hält 50 Prozent an der Betty Bossy AG, der Lizenzgeberin für die im Coop vermarktete gleichnamige Convenience Food-Linie. Aber auch im Medienbereich arbeiten Coop und Ringier zusammen. So zum Beispiel bei der Kochsendung "al dente" und der von Ringier-TV mitproduzierten Werbesendung "Telescoop".

Da die Betty Bossy AG von Coop für jedes verkaufte Betty Bossy-Produkt eine Lizenzgebühr erhält, verdient Ringier als Aktionärin der Betty Bossy AG auch an Verkäufen, die im Coop getätigt werden. Der Tages-Anzeiger geht für das Jahr 2003 von zwischen 3.6 und 7.2 Mio. Franken aus, die Ringier an der Betty Bossy-Beteiligung verdient hat.

So fragt sich der Tages-Anzeiger, ob es Zufall war, dass der Blick den Vorabdruck des für Coop unglücklichen Preisvergleich des K-Tipp ignorierte. Und ob es Zufall war, dass die Coop-Inserate mit Gutschein auf der Blick-Titelseite angekündigt worden waren.

Blick-Chefredaktor Werner De Schepper weist eine Verbindung der Berichterstattung in seiner Zeitung und der Ringier-Beteiligung an Betty Bossy von sich: "Das interessiert uns nicht. Unser Ansatzpunkt ist anders. Wir stehen radikal auf der Seite des Konsumenten und fragen uns immer: Was bringt es ihm?" Auch Ringier-Pressesprecherin Eva Keller verneint jegliche Bevorteilung der Coop in der Berichterstattung: "Die Redaktionen sind vom Verlag unabhängig."


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen
Neue Podcast-Folge: Jetzt reinhören