Die Staatsanwaltschaft hat mit ihren Beweismitteln im Kairoer Prozess gegen Journalisten des Fernsehsenders Al-Dschasira Kopfschütteln hervorgerufen. Im Gerichtssaal wurden am Donnerstag unter anderem alte Berichte des australischen Reporters Peter Greste aus Kenia und Somalia, sowie Familienfotos gezeigt. Sie könne keinen Zusammenhang zwischen den Videoaufnahmen und der Anklage erkennen, erklärte die Verteidigung am fünften Verhandlungstag am Donnerstag.
Der Staatsanwalt wirft Greste und zwei seiner Arbeitskollegen vor, sie hätten Berichte gefälscht und die Muslimbruderschaft unterstützt, die von der ägyptischen Regierung als Terrororganisation eingestuft wird. Ebenfalls angeklagt sind in dem Verfahren fünf ägyptische Studenten sowie Al-Dschasira-Mitarbeiter, die sich ausser Landes aufhalten. Einer der Studenten wurde am Donnerstag ohnmächtig aus dem Gerichtssaal getragen. Er hatte im Gefängnis einen Hungerstreik begonnen.
Der Prozess wurde auf den 22. April vertagt. Der Richter ordnete eine Verlängerung der Untersuchungshaft für alle Angeklagten an. Sie sitzen bereits seit Ende Dezember 2013 im Gefängnis. Der Prozess gegen die Al-Dschasira-Journalisten ist von internationalen Menschenrechtsorganisationen und von Reporter ohne Grenzen (RSF) scharf kritisiert worden.(sda)

