Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts News&Tech haben mittlerweile 20 Prozent aller amerikanischen Nachrichtenmedien eine Paywall eingeführt. Von insgesamt 1'387 Tageszeitungen verlangen 290 eine monatliche Pauschale. Auch in Europa setzt sich dieses System durch und stellt kostenlose Portale vor grundlegende Probleme. Vor allem durch die Bestrebungen des US-Medienverlags Gannet Co. hat sich die Anzahl von Nachrichten-Webseiten, die für ihre Inhalte Geld verlangen, dramatisch erhöht. Das Unternehmen will bis zum Jahresende 80 Portale mit einer Paywall ausstatten. Auch McClatchy, der drittgrösste Verlag Amerikas, will im Herbst dieses Jahres einen großen Teil seiner Online-Angebote kostenpflichtig machen.
Der Übergang von kostenlosen zu kostenpflichtigen Angeboten wird in den USA durch den Erfolg der "New York Times" angetrieben. Das Qualitätsblatt hat mehr als eine halbe Millionen digitale Abonnenten und konnte den Online-Absatz in den vergangenen vier Monaten um acht Prozent steigern. Während deutschsprachige Medien noch abwarten, verbreiten sich Paywalls in Osteuropa rapide.
"Das Thema ist populär, dabei gerät manchmal in Vergessenheit, dass eine Paywall für sich genommen noch keine Strategie ist. Für die "FAZ" sind Beizahlinhalte Teil einer Qualitätsstrategie. Und wie die genau aussieht, diskutieren wir gerade", sagte Tobias Trevisan, Geschäftsführer der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Gespräch mit dem Branchenportal "Wirtschaftsjournalist". Eine allumfassende Bezahlschranke für deutsche Medien ist in naher Zukunft nicht zu erwarten. (pte)

