Der vor allem aus "Giacobbo/Müller" bekannte Komiker und Schauspieler Mike Müller bezeichnet die "Bild"-Zeitung als "rechtes Drecksblatt aus einem üblen, grossen Verlagshaus". In einem Interview mit der Zeitung "Sonntag" äussert er sich damit zum Steuerstreit zwischen der Schweiz und Deutschland. Das Vorgehen der "Bild"-Zeitung sei eine Kampagne: "Einen solchen Rechts-Boulevardjournalismus haben wir bei uns zum Glück nicht." Er habe zudem kein Mitleid mit den Deutschen: "Die Deutschen brauchen jetzt nicht zu heulen", so Müller. "Sie wissen genau, worauf sie sich mit dem Kauf der Daten eingelassen haben." Es handle sich um eine "vorsätzliche Tat der Deutschen".
Aber auch die Schweizer Politik wird von Müller nicht verschont: "SVP-Vertreter können auf der persönlichen Ebene unglaublich einstecken, aber politisch sind sie Jammerlappen geworden. Ständig wiederholen sie, dass alle auf der SVP herumhacken." Die Partei eigne sich gut für Satire: "Diese Halb-Opposition der SVP ist nichts als Style. Der Albisgüetli-Style ist genauso zu hinterfragen wie Hip-Hopper in gut sanierten Sozialwohnungen." Es sei kein Klischee, dass Satiriker links seien: "Was mich wiederum an den Linken stört, ist diese moralische Erhabenheit, diese Verwechslung, links Denkende seien bessere Menschen."
Weiter tue ihm der Absturz von Harald Schmidt nicht leid: "Seine Pokerei mit verschiedenen Sendern und die Preistreiberei waren etwas gar unappetitlich. Wer so hoch pokert, muss mit diesem Risiko leben." Es mache den Anschein, "als hätte da jemand den Abgang verpasst", so Müller. Er selbst hoffe, auf der Bühne mit Viktor Giacobbo nie wie ein eingespieltes Ehepaar zu wirken: "Ich hoffe schwer, dass Viktor und ich diesen Punkt nie erreichen und wir vorher mit der Sendung aufhören. Und so unsere Freundschaft bewahren." (Sonntag)

