03.07.2002

Borer-Fotos

Bisher keine Fälschung nachgewiesen

Schlussbericht des Expertenteams im September.

Die "Borer-Fotos" sind nicht durch die Redaktion SonntagsBlick in Zürich manipuliert oder gefälscht worden. Dies schreibt das Verlagshaus Ringier in einer Mitteilung vom Mittwochmorgen. Auch eine Fälschung der Bilder durch den Fotografen oder andere Personen in Berlin hätten die Experten auf Grund der bisherigen Resultate nicht nachweisen können, wie es weiter heisst. Dies habe die Prolabor AG in Kloten in ihrem Zwischenbericht festgestellt. Das private kriminaltechnische Dienstleistungs- und Informationszentrum hatte den Auftrag abzuklären, ob die vor der Schweizer Botschaft in Berlin geschossenen Fotos im Fall Borer, die der SonntagsBlick an Ostern veröffentlichte, manipuliert oder gefälscht worden waren.

Die gemäss Ringier sehr aufwendige Untersuchung habe sich nicht allein auf die Analyse der benutzten Kamera, die Datensicherung und die zur Diskussion stehenden Bilder konzentiert, sondern auch umfangreiche Abklärungen in Berlin umfasst, wie es weiter heisst. In einem Zwischenbericht hält die Prolabor folgendes fest: "Die Experten konnten auf der Festplatte des Fotografen Manfred Neugebauer das Originalbildmaterial mit sämtlichen Metadaten sicher stellen. Zwischen den Originalbildern, die von Neugebauer nach Zürich in die Redaktion SonntagsBlick übermittelt wurden, und den von der Zeitung veröffentlichten Bildern konnte kein Unterschied in der Bildaussage festgestellt werden". Damit könne davon ausgegangen werden, so Ringier, dass in der Redaktion in Zürich die im Bereich der Botschaft geschossenen Bilder weder manipuliert noch verfälscht worden seien.

Die bisherigen Analysen und Ermittlungen hätten auch keine Beweise dafür erbracht, dass die Bilder in Berlin durch den Fotografen gefälscht worden seien, heisst es weiter. Zitiert wird der mit der Bild-Analyse betraute deutsche Experte für digitale Fotografie Volker Heerich: "Mein Auftrag war, dem Ringier Verlag die Bild-Fälschung nachzuweisen. Auf Grund der bisher erfolgten Analysen konnte dies nicht nachgewiesen werden. Fest steht nach den bisherigen Abklärungen, dass eine solche Fälschung nur von einer Person mit sehr grossem informatiktechnischem Wissen hätte vorgenommen werden können." Ob Neugebauer über dieses Wissen verfüge, sei zu bezweifeln.

Das Expertenteam regt gemäss Mitteilung an, einige nicht abschliessend verifizierte und unklare Aspekte rund um die Originalbilder weiter abzuklären. Dies werde auf ausdrücklichen Wunsch des Ringier Verlages geschehen. Der Schlussbericht des Expertenteams wird im September vorliegen und dann den Medien auf Verlangen zur Verfügung gestellt werden. "Auf ausdrücklichen Wunsch des Expertenteams werden die Originalfotos erst nach Abschluss der zusätzlichen Analysen freigegeben". Die Expertengruppe setzt sich zusammen aus Prolabor AG, Marcel Widmer (Leitung, Datenanalyse, Befragungen); UrkundenLabor Volker Heerich (Bild- und Datenanalyse); KPMG Fides Peat, Peter Wüthrich (Disk-Imaging, Datenrecherche); Canon Schweiz AG, Olivier Vermeulen (Kamera- und Softwaredaten).


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