13.10.2011

Weltzeitungskongress

Branche fordert mehr Pressefreiheit

63. Ausgabe des Events in Wien eröffnet.

Mehr Pressefreiheit haben Vertreter der Zeitungsbranche bei der Eröffnung des 63. Weltzeitungskongresses sowie des World Editors Forum am Donnerstag in Wien gefordert. Sie ehrten in Abwesenheit den verschleppten schwedisch-eriträischen Journalisten Dawit Isaak. Jacob Mathew, Präsident des Weltzeitungsverbandes WAN-IFRA, verwies in seiner Eröffnungsrede punkto Pressefreiheit auf den Nahen Osten. "Es war ermutigend zu sehen, wie Menschen in der arabischen Welt, denen bisher jeglicher Zugang zu Nachrichten verwehrt war, sehr rasch Nachrichtenkanäle, Zeitungen und Neue Medien nutzten."

Die Zeitungsverleger ehrten den schwedisch-eriträischen Journalisten Dawit Isaak in Abwesenheit mit dem renommierten internationalen Pressefreiheitspreis "Goldene Feder". Der Fall Isaak zeige, wie gefährlich die Arbeitsbedingungen von kritischen Journalisten in manchen Ländern sein könnten. Isaak war seit 2001 in Haft, ohne jemals die Chance auf ein Gerichtsverfahren bekommen zu haben. Selbst über seinen Verbleib herrscht Ungewissheit. Eritrea liegt im Pressefreiheitsranking von "Reporter ohne Grenzen" sogar hinter Nordkorea und dem Iran. Der Präsident des World Editors Forum, Erik Bjerager, überreichte die "Goldene Feder" an den Bruder des Journalisten, Essaias Isaak. Die Standing Ovations des Kongresses rührte Isaak zu Tränen. Er musste die Dankesrede abbrechen. "Es ist schwer, über jemanden zu sprechen, den man so lange nicht mehr sehen konnte", entschuldigte sich er sich.

Mehr als 1000 Verleger, Chefredakteure, Geschäftsführer, CEOs und andere Zeitungsmanager aus 102 Ländern sind in dieser Woche zum 63. Weltzeitungskongress und zum 18. Editors Forum in Wien zusammengekommen. Mehrere Tausend Vertreter der Medienbranche besuchen darüber hinaus die Technologiemesse IFRA Expo. (sda)


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