Die Informationssendungen der SRG müssen die Berichterstattung über die jeweils anderen Sprachregionen ausbauen. In einem Bericht ortet der Bundesrat Handlungsbedarf vor allem bei den Programmen der deutschen und der französischen Schweiz. Die Anzahl der Fernsehbeiträge, in welchen Ereignisse aus anderen Sprachregionen thematisiert würden, sei relativ klein, schreibt die Regierung in einer Mitteilung vom Freitag. Während der untersuchten Woche gab es zum Beispiel in den Fernsehprogrammen der Romandie keinen einzigen Bericht über Ereignisse im Tessin oder in der rätoromanischen Schweiz.
Etwas besser schneiden die deutschsprachigen Sendungen und jene aus dem Tessin ab. Eine Ausnahme bei der Berücksichtigung der anderen Sprachregionen stellt Radio Rumantsch dar, was mit dem kleinräumigen und entsprechend ereignisarmen Gebiet zusammenhängen könnte. Zu diesem Schluss kommt die von der Universität Freiburg und der Publicom AG verfasste Studie.
Ultimatum bis Ende 2014
Der Bundesrat anerkennt die bisherigen Leistungen der SRG beim sprachregionalen Austausch, wie er in der Mitteilung schreibt. Vor allem bei der tagesaktuellen Berichterstattung sieht er aber Handlungsbedarf. Diesen will er nicht mit Gesetzes- oder Konzessionsänderungen durchsetzen. Der Bundesrat erwartet von der SRG aber ultimativ Verbesserungen. Dabei setzt er auf das geplante Konzept der SRG zur Stärkung der sprachregionalen Integration. Die SRG muss nun halbjährlich über die Umsetzung orientieren. "Sind bis Ende 2014 keine Fortschritte erkennbar, wird das UVEK dem Bundesrat weitere Massnahmen vorschlagen", heisst es in der Mitteilung..
Der Bericht des Bundesrats geht auf eine Motion von alt Ständerat Theo Maissen (CVP/GR) zurück. Das Parlament beauftragte die Regierung 2010, die SRG anzuhalten, ihre Beiträge zum interkulturellen Austausch und zur Förderung der Verständigung zwischen den Sprachregionen zu verstärken und dem Parlament bis Ende 2012 über die Fortschritte zu berichten. Die SRG hatte zur Analyse ihrer Sendungen Vorbehalte angemeldet. Die Studien hätten nur während einer kurzen Zeit das tägliche Informationsangebot gemessen. Zudem ortete die SRG einen Zielkonflikt darin, sprachregionale Integrationsleistungen mit journalistische Qualitätskriterien wie Aktualität, Relevanz und Professionalität zu verbinden. (sda)

