17.02.2011

SRG

Bundesrat will keine Sprachquoten für Musik

Motion von Josef Zisyadis abgelehnt.

Die Radio- und Fernsehsender der SRG sollen nicht gezwungen werden, mindestens 50 Prozent des Musikprogramms mit Liedern in einer der Landessprachen zu bestreiten. Der Bundesrat lehnt eine Motion ab, in der Nationalrat Josef Zisyadis (PdA/VD) solche Sprachquoten fordert. Der Waadtländer will verbieten, dass Nichtlandessprachen - etwa das im Musikgeschäft dominierende Englisch - in den Musikprogrammen mit mehr als 20 Prozent vertreten sind. Zisyadis will damit gegen die "kultruelle Übermacht" des Englischen vorgehen.

Nach Ansicht des Bundesrats würde durch die geforderten Quoten die in der Verfassung verankerten Programmautonomie der SRG unverhältnismässig eingeschränkt. Zudem findet der Bundesrat, dass die Landessprachen in den SRG- Radioprogrammen bereits heute "angemessen vertreten" sind, wie er in der am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die Motion schreibt. Laut der jüngsten Programmanalyse waren auf DRS 1 56 Prozent der gespielten Titel in Englisch, 9 Prozent in Französisch, 9 Prozent in schweizerdeutschem Dialekt, 6 Prozent in Deutsch und 5 Prozent in Italiensich.

Etwas zurückhaltender mit englischsprachigen Liedern sind die Rätoromanen und die Welschen: Bei Radio Rumantsch waren rund 33 Prozent der Songs in Englisch. 13 Prozent der Titel waren rätoromanische Lieder. Das erste Programm des Westschweizer Radios strahlte 32 Prozent englische Stücke aus. 35 Prozent waren französische Lieder. Bei Rete Uno betrug der Englisch-Anteil 54 Prozent. Die italienischen Lieder machten 36 Prozent aus. (sda)


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen