28.05.2004

Hanspeter Lebrument

"Causa Lombardi" kommentiert

Auflagebeglaubigungen nach wie "heikle Vorgänge".

Der Präsident des Verband Schweizer Presse, Hanspeter Lebrument, siniert in der der aktuellen "carte-blanche"-Rubrik auf Gomedia.ch über die "Causa Lombardi". Dem Tessiner Ständerat, Präsident von Télé Suisse, Direktor von Tele Ticino, früheren Chefredaktor und danach Direktor von Il Giornale di Popolo, Filippo Lombardi, waren bekanntlich gefälschte Auflagenzahlen zum Fallstrick geworden. Es geht dabei primär um die Unterschriften, die er als Chefredaktor des Il Giornale di Popolo 1994 und 1995 unter das Auflageprotokoll der WEMF gesetzt hatte.

Lebrument sieht die Auflagebeglaubigungen nach wie vor als "heikle Vorgänge": "In den frühen Neunzigerjahren, als uns die Liegenschaftskrise die Anzeigen aus den Zeitungen trieb und die Auflagen zum Sinken brachte, hat dies manches Blatt dazu geführt, Auflagereglemente relativ grosszügig zu interpretieren", ist er sich sicher.

Für Lombardi selber ist Lebrument trotz dessen Missgriff voller Lob: Dieser habe es als einziger Medienpräsident zustande gebracht, die Sparte Privatfernsehen aus allen drei Landessprachen zusammen zu bringen und gemeinsame Positionen zu erarbeiten. Für ihn persönlich sei der Tessiner ein wichtiger Medienpolitiker. Lebrument: "Das Auflagedebakel der Neunzigerjahre muss zwar strafrechtlich, eventuell auch zivilrechtlich, geahndet werden. Dabei würde ich es bewenden lassen."


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen