07.04.2008

zattoo

CEO bedauert Rückzug von Joost

Online-Videodienst steuert bis Ende Jahr 5 Mio.-User-Marke an.

Der Internet-Videodienst joost.com von den Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis will sein internationales Geschäft aufgeben und sich nur noch auf den US-Markt konzentrieren. Grund für den Rückzug sei, dass Joost zu wenige Nutzer gefunden und sich nicht genug Senderechte für attraktive Inhalte gesichert habe, berichtete am Sonntag die "Sunday Times".

Damit fällt für das Schweizer Web-TV-Projekt zattoo.com der grösste Konkurrent weg. So richtig Freude will deswegen aber bei zattoo-CEO Beat Knecht nicht aufkommen: "Der Rückzug von Joost ist schade, weil es eine ganze Branche in Zweifel zieht", sagt er gegenüber der Abendzeitung "heute". Für Knecht sind die Probleme von joost.com allerdings hausgemacht: "Joost hat die Macht des lokalen Contents unterschätzt." US-Serien und Hollywood-Konserven würden nicht ausreichen, um ein internationales Publikum zu gewinnen.

Eine Strategie-Anpassung bei zattoo hält Knecht nicht für nötig. "Wir bringen zwar nur das normale TVProgramm ins Internet", so Knecht gegenüber "heute". Bei Zattoo wüssten die User jedoch immer, wann welche Sendung komme, weil überall das TV-Programm abgedruckt sei -- dies im Gegensatz zu Joost. "Darum wachsen wir monatlich um 50'000 User", sagt Knecht. Seine Firma will bis Ende Jahr die Fünf-Millionen-Marke knacken.


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