10.01.2019

Weltwoche

Christoph Mörgeli greift den «Blick» an

In den letzten 30 Jahren «tickte die Zeitung konsequent links der Mitte», schreibt der Kolumnist in der aktuellen «Weltwoche». Gegner der SVP seien automatisch Freunde des Boulevardblattes. Zudem kritisiert er einzelne Journalisten scharf.
Weltwoche: Christoph Mörgeli greift den «Blick» an
Der ehemalige Nationalrat und «Weltwoche»Kolumnist Christoph Mörgeli an der SVP-Delegiertenversammlung im Oktober 2018. (Bild: Keystone/Patrick Huerlimann)
von Michèle Widmer

Zum 60-jährigen Bestehen widmet die «Weltwoche» in der aktuellen Ausgabe dem «Blick» eine Doppelseite (Artikel kostenpflichtig). «Unmögliches Boulevardblatt» lautet der Titel des Beitrags, geschrieben vom ehemaligen SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli. In den vergangenen dreissig Jahren «tickte die Zeitung konsequent links der Mitte», schreibt er. Damit sei die Boulevardzeitung ein «bemerkenswerter Sonderfall entgegen allen Marktgesetzen». Ein Sonderfall deswegen, weil internationale Pendants wie «Bild», «Kronen Zeitung», «The Sun» oder «Daily Mirror» sich anders positionieren.

«Seit den späten Achtzigern ist – allenfalls mit Ausnahme des Strafvollzugs – keine politische ‹Blick›-Kampagne mehr geführt worden, die nicht das Mitte-Links-Lager unterstützt hätte», schreibt Mörgeli weiter. Ob Ruth Metzler, Eveline Widmer-Schlumpf oder Philipp Hildebrand: Die Gegner der SVP seien automatisch die Freunde der Zeitung gewesen. Für den «deutlichen Kurswechel» in der zweiten Lebenshälfte des Blattes verantwortlich macht Mörgeli Michael Ringier, oder genauer genommen dessen Frau Ellen Ringier und Frank A. Meyer.

Zum Schluss pickt Mörgeli einzelne Redaktoren heraus. Langjährige Journalisten wie Henry Habegger, Beat Kraushaar oder Christoph Lenz seien «eiserne Garanten des Linkskurses» gewesen. Und: «Heute jagt Fabian Eberhard tagtäglich Rechte, und die journalistische Existenzberechtigung von Thomas Ley scheint sich so ziemlich in seinen Angriffen auf die SVP zu erschöpfen.» Ersterer verteidigt sich auf Twitter: «Im letzten Jahr handelten rund 10 meiner 80 Artikel von «Rechten».



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Kommentare

  • Petra Noll, 10.01.2019 13:16 Uhr
    Er zahlt es ihnen mit der gleichen Münze heim. Nennt sich Pressefreiheit.
  • Victor Brunner, 10.01.2019 16:08 Uhr
    Ist doch egal was Mörgeli meint. Bei ihm sind alle Medien links, ausser NZZ, Weltwoche und Schweizerzeit! Aber immerhin liest er täglich den BLICK in der Schreibstube an der Förrlibuckstrasse. Das seine Meinung wenige interessiert haben die BürgerInnen des Kanton Zürich zum Ausdruck gebracht als sie ihn in der politischen Versenkung verschwinden liessen!
  • Jean-Pierre Reinle, 11.01.2019 09:54 Uhr
    Ich weiss Christoph M.s seit Jahrzehnten stets stringente und seriöse Recherche sowie einen gepflegten Schreibstil seit Jahrzehnten enorm zu schätzen. Hinsichtlich dessen Anmerkung zu Frank A. Meyer gibt es nun allerdings zu berichtigen, dass letzterer schon vor wenigen Jahren und zumindest im Kontext mit der totalitären Idologie des Islam und deren extremistischen Ausprägungen eine absolut positiv rechts-politische Wendung vollzogen hat! Und Victor Brunner: ""Da" oder "dass" seine Meinung..."", bestimmt jedoch keinesfalls "Das", nicht wahr? ... Best, jpr
  • Oliver Brunner, 11.01.2019 13:37 Uhr
    Ich lese den Blick nicht, habe aber mitbekommen, was die absolut haarsträubende Reportage von F. Eberhard in Polen ausgelöst hat. Er betitelte ein Volksfest, das von 200 000 Polen aus allen Schichten besucht wurde, als "Neonazi-Aufmarsch" bezeichnete. Befremden löste vor allem aus, das dies in der Scheiz und das dies in der Schweiz keine Empörung auslöste. Das hat die Sicht vieler Polen auf die Schweiz schwer beschädigt. Aber das kümmert die Boulevard-Zuspitzer nicht.

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