13.12.2013

AP/Washington Post

CIA-Geheimnis aufgedeckt

Im Iran verschollener US-Bürger arbeitete für den Geheimdienst.

Der vor sechs Jahren im Iran verschwundene US-Bürger Robert Levinson war laut einem Medienbericht nicht wie offiziell dargestellt auf Geschäftsreise in dem Land, sondern im Auftrag des US-Geheimdienstes CIA. Dies berichteten die Nachrichtenagentur AP und die "Washington  Post" am Donnerstag.

Der frühere FBI-Agent wurde demnach 2007 von einem CIA-Team als freier Mitarbeiter in den Iran geschickt. Dort sollte er  Informationen über Korruption in dem Land sowie Erkenntnisse über  das Atomprogramm sammeln. AP und die "Washington Post" recherchieren nach eigenen Angaben seit mehreren Jahren zu dem Fall.

CIA zahlte 2,5 Millionen an die Familie 
AP erhielt demnach 2010 den Hinweis, dass Levinson für die CIA tätig war. Den Medien zufolge widersprach dessen Entsendung in den Iran jedoch den Regeln des Auslandsgeheimdiensts. So sei er von einer  Agentin engagiert worden, die nicht zuständig gewesen sei, zudem  habe er seine Berichte entgegen den Vorschriften an ihre persönliche E-Mail-Adresse schicken sollen.

Der US-Kongress habe nach Bekanntwerden der Umstände von Levinsons Auslandseinsatz drei CIA-Mitarbeiter entlassen und Disziplinarmassnahmen gegen sieben weitere eingeleitet. Um ein peinliches Gerichtsverfahren zu vermeiden, habe der CIA Levinsons Familie 2,5 Millionen Dollar gezahlt. AP hatte zuvor auf eine Veröffentlichung der Informationen verzichtet, weil die Regierung versichert hatte, er stehe kurz vor der Rückkehr.

Kein Lebenszeichen seit 2011 
Levinson verschwand, als er sich im März 2007 auf der Insel Kisch im Persischen Golf mit einem Informanten treffen wollte. Bei dem Informanten handelte es sich den Angaben zufolge um den US-Bürger Dawud Salahuddin, der von den USA wegen der Tötung eines iranischen Diplomaten 1980 gesucht wird.

2010 und 2011 wurden Fotos und Videos mit Levinson veröffentlicht, seitdem gibt es kein Lebenszeichen. Sollte Levison noch am Leben sein, wäre er heute 65 Jahre alt. Der Iran hat eigenen Angaben  zufolge keine Informationen zum Verbleib Levisons. Der CIA-Sprecher Todd Ebitz wollte die Angaben nicht kommentieren. "Wir äussern uns nicht über eine angebliche Verbindung zwischen Herrn Levinson und der US-Regierung", sagte er.

Das Weisse Haus drückte sein Bedauern darüber aus, dass AP die Recherchen veröffentlichte, "die nicht dabei weiterhelfen, ihn nach Hause zu bringen". Vergeblich sei die Agentur aufgefordert worden,  davon abzusehen, sagte die Sprecherin Caitlin Hayden. Die US Regierung bemühe sich weiter, ihn zu finden und zu seiner Familie zurückzubringen. (sda)


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