Seit einem Jahr gibt Ringier in Potsdam Cicero -- das Magazin für politische Kultur heraus. Am Dienstag zeichnete die Lead Academy vier der fünf massgeblichen Neugründungen des Jahres aus. Cicero fehlte aber in diesem Ranking, wie der Tagesspiegel berichtet. Cicero sei inhaltlich und gestalterisch zu bieder, zu spiessig, zu zurückgewandt, befand die Jury.
Beim Ringier-Verlag in Zürich nimmt man diese Kommentare gemäss Tagesspiegel nicht ernst. Frank A. Meyer sagt, dass Cicero sich eben allem modischen Design und dem ganzen Lifestyle-Getue verweigere. Cicero-Chefredaktor Wolfram Weimer erklärt Cicero sei ein voller Erfolg. Auch Michael Ringier äussert sich zufrieden, das Ergebnis sei überraschend positiv. Noch sei es zwar noch nicht so, dass man bei jedem Artikel denke, etwas verpasst zu haben, wenn man ihn nicht liest. Daran werde aber gearbeitet.
Für Michael Ringier gehört Cicero mitten ins Leben, und das finde in Berlin statt. Schon im Sommer könnte gemäss Tagesspiegel der Umzug nach Berlin stattfinden. Ringier meint, in einer Redaktion müsse es zugehen, "wie in einem Bienenstock", und die Bienen flögen halt nicht so gern nach Potsdam, weil das jedesmal eine kleine Reise bedeute.

