18.12.2022

Republik

Constantin Seibt und Oliver Fuchs blicken zurück

In einem Interview mit der SonntagsZeitung sprechen der Republik-Mitgründer und der Chefredaktor über falsch deklarierte Steuern und die zahlreichen Abgänge.
Republik: Constantin Seibt und Oliver Fuchs blicken zurück
Hat die Republik mit Christof Moser erfunden: früherer Tagi-Journalist Constantin Seibt. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Republik-Erfinder Constantin Seibt und Chefredaktor Oliver Fuchs blicken in einem Gespräch mit der SonntagsZeitung (SoZ) auf die letzten Jahre bei der Republik zurück.

Das Onlinemagazin, das mit dem Slogan «No Bullshit» angetreten ist, sorgte zuletzt mit Steuerproblemen für Schlagzeilen. Grössere Beträge wurden falsch verbucht. Nun muss die Republik knapp 900’000 Franken nachzahlen. Wie es dazu kommen konnte, wolle man ausführlich erklären, wenn die Sache juristisch erledigt sei, so Oliver Fuchs, der Ende Jahr die Republik verlässt. Seibt ergänzt: «Bei der Gründung hat es unglaublich viel zu bewältigen gegeben, es gab Wechsel, irgendwo muss das zwischen Stuhl und Bank gefallen sein». Man hätte die Einnahmen «formal leicht anders» verbuchen müssen. Was es mit dem Selbstbild der «Retter der Demokratie» mache, dass man selbst das Recht verletzte, fragt die SoZ. Man habe nie den Anspruch gehabt, Gutmenschen mit einem reinen Image zu sein, so Seibt. «Dass wir so gesehen werden, ist ein Unfall im Marketingkonzept», sagt er.

Die zahlreichen Abgänge begründet Seibt mit dem hohen Anspruch, den die Republik an sich selbst stelle. Man habe das Projekt nicht vermasseln wollen. Das habe zur Folge gehabt, dass die Journalistinnen und Journalisten zu viel gearbeitet und öfters Texte geschrieben haben, die ihrem Anspruch nicht gerecht wurden.

Im kommenden Jahr will das Onlinemagazin wachsen und 33’000 Mitgliedschaften – also 5’000 mehr als aktuell – erreichen.


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