08.11.2017

Tsüri.ch

Crowdfunding erfolgreich beendet

Das Stadtmagazin hat 63’183 Franken gesammelt und will unter dem Label «Civic Media» neue journalistische Formen ausprobieren.
Tsüri.ch: Crowdfunding erfolgreich beendet
Tsüri erklärt per Video das neu geplante Konzept Namens «Civic Media». (Bild: Video-Still Tsüri.ch)
von Marius Wenger

Das Zürcher Stadtmagazin Tsüri.ch wollte innerhalb von drei Wochen 60’000 Franken sammeln (persoenlich.com berichtete). Am Montag endete die Kampagne, das Ziel wurde mit total 63’183 Franken sogar leicht übertroffen, wie Tsüri.ch in einer Mitteilung schreibt.

882 Personen haben für die Kampagne des jungen Stadtmagazins Geld einbezahlt und somit die Tsüri-Membership gelöst. Das sind knapp 300 mehr als beim ersten Crowdfunding vor einem Jahr. Auch den gesammelten Betrag konnten die Macher und Macherinnen von Tsüri.ch steigern: Mit gut 60’000 Franken wurde doppelt so viel Geld wie letztes Jahr eingenommen. Damit könne man etwa ein Drittel der Jahresausgaben decken, wie Co-Gründer und Chefredaktor Simon Jacoby auf Anfrage von persoenlich.com sagt.

Mit Usern diskutieren und spazieren

Kampagnen-Chef Alun Meyerhans freut sich vor allem über die breite Unterstützung: «Dass uns 882 Menschen finanziell unterstützen, zeigt, wie gut das Stadtmagazin mit der Community verschmolzen ist», wird er in der Mitteilung zitiert. Es sei auch ein Beweis, dass «immer mehr Menschen realisieren, dass unabhängiger und guter Journalismus etwas kostet». 

Zusammen mit den neuen Unterstützerinnen und Unterstützer will Tsüri.ch den Begriff des Lokaljournalismus neu definieren. Unter dem Namen «Civic Media» sollen Schwerpunktthemen mit neuen journalistischen Formen debattiert werden: Spaziergänge, Workshops, Theater, Diskussionen und Games seien geeignete Formen, wie Tsüri.ch in einem ausführlichen Artikel zum Thema schreibt. in einem Video erklärt:

Konkretes bewegen

Ziel des neuen Konzepts sei es, die Verbindung mit den Mitgliedern zu vertiefen, sagt Jacoby. «Wir sind überzeugt, dass Community nicht nur digital, sondern auch analog funktioniert. Wir wollen nicht mehr nur mit den Usern interagieren, sondern sie mitnehmen.» Dabei soll es aber nicht bleiben: Aus den gesammelten Bedürfnissen sollen konkrete Änderungsvorschläge ausgearbeitet werden. «Wir werden zwar keine politischen Initiativen lancieren, doch gezielt und aktiv Gruppierungen ansprechen», sagt Jacoby. «Anders gesagt: Wir wollen nicht abwartend hoffen, dass uns die entscheidenden Personen lesen, sondern die Wege verkürzen.»

Tsüri.ch wurde im Januar 2015 von einer Gruppe junger Journalisten und Journalistinnen gegründet und wendet sich an die 20- bis 40-Jährigen in der Stadt Zürich. Tsüri.ch erreicht monatlich zwischen 40’000 und 50’000 User.



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