"Politiker will im Radio mehr Schweizer Songs" titelte die Gratiszeitung "20 Minuten" vom Mittwoch, 2. Oktober. Der CVP-Nationalrat Luc Barthassat möchte, dass jeder vierte Musiktitel, der im Radio gespielt wird, aus der Schweiz kommt. Es gebe sol viele talentierte Schweizer Musiker, die kaum eine Chance hätten, ins Radio zu kommen, meint der Genfer. Die Schweizer Radiosender würden bevorzugt Musik aus den USA spielen, "von der sie wüssten, dass sie gut ankomme", zitiert die Pendlerzeitung den Politiker, der zu seiner Foderung eine Motion eingereicht hat. Damit erhält der Bundesrat den Auftrag, dem Parlament eine Änderung des Radio- und Fernsehgesetzes RTVG zu präsentieren, die eine Musikquote beinhaltet.
Auch Manu Gehriger, der Geschäftsführer des Schweizer Musik- und Medienverbandes bejaht den Vorschlag von Barthassat. Schweizer Musiker hätten keine Chance, wenn sie von keinem namhaften Label vermarktet würden. Anderer Meinung ist Ralf Brachat, Geschäftsleiter von Warner Music Switzerland: "Es kann dem Hörer nicht zugemutet werden, Songs zu hören, die er nicht hören will, nur um eine Quote zu erfüllen". Radio Energy-Chef, Dani Büchi, ist sich gemäss "20 Minuten" sogar sicher, dass mit der Quote eine "weitere Regulierung eines privatwirtschaftlichen Marktes“ stattfinden würde. Büchis Meinung nach, ist das Angebot an "spielbarer Musik" aus der Schweiz schlicht zu klein und Schweizer Produktionen hätten es schwerer bei der Hörerschaft hierzulande anzukommen.
Durch die Einführung einer Quote sollen die Musiker auch finanziell besser gestellt werden. Das Gratisblatt fragte bei einigen Schweizer Musikern wie zum Beispiel Rapper Greis nach und erfuhr, dass Musikmachen hierzulande nur die wenigsten zu "Reichtum" führt. (lf)
Symbolbild: Keystone

