05.12.2012

Suhrkamp

Dem Verlag droht die Auflösung

Die beiden Gesellschafter sind heillos zerstritten.

Drei Jahre nach dem Umzug von Frankfurt nach Berlin droht dem renommierten Suhrkamp Verlag die Auflösung in seiner jetzigen Form. Die beiden Gesellschafter, die Unseld-Familienstiftung und die Medienholding Winterthur von Hans Barlach, sind rettungslos zerstritten. Die beiden Parteien verlangten am Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt, sich gegenseitig auszuschliessen. Barlach beantragte ausserdem die Auflösung der gesamten Gesellschaft, falls der Klage seiner Medienholding nicht stattgegeben werden sollte.

Barlach wirft der Leiterin der Familienstiftung, Ulla Unseld-Berkéwicz, Kompetenzüberschreitung und Veruntreuung vor. Die Kammer für Handelssachen will am 13. Februar ihre Entscheidung verkünden. Die Familienstiftung unter Unseld-Berkéwicz, der Witwe des langjährigen Suhrkamp-Patriarchen Siegfried Unseld, hält 61 Prozent. Barlach hat über die Medienholding Winterthur 39 Prozent.

"Einer der namhaftesten Teilnehmer am Literaturbetrieb der Nachkriegszeit droht zu verschwinden", fasste der Vorsitzende Richter Norbert Höhne das Ergebnis der Verhandlung zusammen. "Beide Gesellschafter sehen sich offenbar wechselseitig als Inkarnation des Bösen." Suhrkamp war Anfang 2010 nach Berlin gezogen. Auch dort liegen die Gesellschafter vor Gericht im Clinch. (sda/dpa)


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