17.12.2019

Der Volpe

Depressionen-Blog setzt auf Mitgliedschaften

Seit einem Jahr thematisiert Remo Schraner auf seinem Blog psychische Krankheiten. Künftig will der Journalist das Projekt Der Volpe mit Mitgliederbeiträgen finanzieren. Seinen Job bei 20 Minuten hat er gekündigt.
Der Volpe: Depressionen-Blog setzt auf Mitgliedschaften
«Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Thema so viele Menschen erreiche»: Remo Schraner über sein Projekt Der Volpe. (Bild: zVg.)
von Michèle Widmer

Betroffene sollen sich trauen, offen über ihre Depression zu reden und Angehörige sollen den Mut finden, Fragen zu stellen: Mit diesem Ziel hat Remo Schraner im Januar 2019 den Blog Der Volpe lanciert. Die Artikel auf dem Portal thematisieren Depressionen und Psychische Krankheiten. Der 29-Jährige leidet selbst seit seiner frühen Jugendzeit an einer Depression.

«Ich hätte nie gedacht, dass ich mit dem Thema nach knapp einem Jahr so viele Menschen erreiche», sagt Schraner gegenüber persoenlich.com. In den letzten drei Monaten verzeichnete Der Volpe laut Schraner 6500 Views und über 1600 einzelne Besucher – Tendenz steigend. Um sich künftig noch verstärkt seinem Projekt widmen zu können, hat der Journalist seinen Job bei 20 Minuten auf Ende Jahr gekündigt. Ab Januar arbeitet er in einem Teilzeitpensum für die Oberbaselbieter Lokalzeitung Volksstimme. 

«Finanzierungsmodell wird akzeptiert»

Mit Crowdfunding-Geldern gestartet, will Schraner Der Volpe ab dem neuen Jahr durch Mitgliederbeiträge finanzieren. Wer einen Jahresbeitrag von 36 Franken bezahlt, erhält sechsmal im Jahr eine von Schraner geschriebene Kurzgeschichte oder ein Gedicht. Eine «Schlauer-Fuchs-Mitgliedschaft» kostet 120 Franken. Bereits jetzt haben laut Schraner 20 Leserinnen und Leser eine der beiden Mitgliedschaften gelöst oder unterstützen das Projekt auf freiwilliger Basis. Aufgrund dieser Zahl gehe er davon aus, dass sein Finanzierungsmodell akzeptiert wurde, sagt Schraner dazu. 

Nebst dem Blog will Schraner, der im letzten Jahr die Ringier Journalistenschule abgeschlossen hat, noch verstärkter die Offline-Community pflegen. Das Portal sei nur ein Teil des Projekts, sagt er. Dazu gehöre auch, dass sich Leserinnen und Leser im realen Leben treffen. Ab 2020 wird Schraner Mitgliedertreffen organisieren. «Die Gespräche haben grosse Wirkung», sagt er. Denn Menschen mit Depressionen hätten oft das Gefühl, alleine zu sein. Mit den persönlichen Treffen wolle er diesen Irrglauben durchbrechen.



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