10.09.2015

Medienkongress 2015

"Der Ausstand aus dem Dossier hätte gereicht"

Pietro Supino äussert sich zur Werbeallianz von SRG, Swisscom und Ringier.
Medienkongress 2015: "Der Ausstand aus dem Dossier hätte gereicht"

Turbulent waren die letzten Wochen für den Verband Schweizer Medien: Die heisse Diskussion über das RTVG und den Service Public, dann die Werbeallianz zwischen Ringier, SRG und der Swisscom und schliesslich der Ausstieg von Ringier vor knapp drei Wochen (persoenlich.com berichtete).

Am Donnerstagnachmittag trafen sich die Mitglieder des Verbands im Hotel Victoria-Jungfrau zur Jahresversammlung. Zu reden gab dort vor allem der Gesamtarbeitsvertrag, den Impressum und Syndicom, seit Jahren fordern. Nun will der Verband Schweizer Medien eine Arbeitsgruppe einsetzen, die entsprechende Grundlagen erarbeiten soll (persoenlich.com berichtete).

An der anschliessenden Medienkonferenz sorgte vor allem das heisse Eisen SRG/Swisscom/Ringier für Diskussionsstoff. "Die ganze Angelegenheit ist auf dem Tisch, und sie wiegt schwer", sagte Verbandspräsdient Hanspeter Lebrument vor den Journalisten. Danach übernahm hauptsächlich Tamedia-Verwaltungsratspräsident und Mitglied des VSM-Präsidiums Pietro Supino das Wort.

"Wir sind nicht die Akteure"

Angesprochen auf den Ausstieg von Ringier betonte er das Interesse des Verbandes alle Verlagshäuser zu vereinen. Aber: "Wir sind nicht die Akteure. Der Verband hat seine Positionen gemeinsam mit dem Verlag festgelegt. Ringier hat sich entschieden einen anderen Weg zu gehen und ist ausgetreten", sagte er und fügt an: "Die Angelegenheit wäre auch mit dem Ausstand aus dem Dossier zu regeln gewesen". Jetzt gelte es abzuwarten. Wenn die heisse Suppe etwas abgekühlt sei, finde man gemeinsam auch wieder Lösungen. Schliesslich gäbe es viele gemeinsam Interessen.

Das Argument der drei Partner, sie wollten amerikanischen Unternehmen wie Google oder Facebook entgegentreten, lässt Supino nicht gelten: "Die Schweiz ist stark wenn es keine Marktverzerrung gibt, diese schwächt den Standort und verscheucht Investoren."

Da Ringier seinen Austritt in der zweiten Jahreshälfte 2015 eingereicht hat, gilt er erst ab Ende 2016. Im Verbandsbudget wird der Eklat im nächsten Jahr also noch keine Bremsspuren hinterlassen.

Text und Bild: wid


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