29.11.2012

WOZ

"Die 300 Reichsten wollen nicht teilen"

Gold-Cover-Ausgabe als Anspielung auf "Bilanz".

Die linke Wochenzeitung WOZ ist am Donnerstag als Spezialausgabe mit Gold-Cover erschienen. Dies als Anspielung auf das am Freitag erscheinende Rating des Wirtschaftsmagazins "Bilanz" zu den 300 Reichsten der Schweiz. Anstatt die Reichsten "auf Hochglanz abzufeiern", fordert die "WOZ" die 300 Reichsten der Schweiz per Brief auf, je eine Million Franken für eine sogenannte "Together"-Initiative für eine gerechte Schweiz einzuzahlen. Die Rückmeldungen fielen spärlich aus. Mitunter wurde auch an der Zurechnungsfähigkeit des Absenders gezweifelt. Die Redaktion suchte deshalb einige der Milliardäre persönlich an den Toren ihrer Villen auf oder versuchte sie telefonisch zu erreichen - auch dies ohne grossen Erfolg, wie eine Reportage dokumentiert.

Immerhin rief ein Bankier zurück und liess sich anonym mit der Aussage zitieren, wonach "für die Aufrechterhaltung der demokratischen Strukturen längerfristig kein Weg an einer höheren Besteuerung der Reichen vorbeiführt." In der 64 Seiten umfassenden Spezialausgabe findet sich zudem ein Interview mit dem marxistischen Philosophen Slavoj Zizek, der es für falsch hält, sich einzumischen, und provokativ dafür plädiert, die Reichen doch einfach reich sein zu lassen. (sda)


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