Der Restauranttester Daniel Bumann des Schweizer Privatsenders 3+ steht in der Kritik. Gestern veröffentlichte Blick.ch einen Bericht über den Wirt René Hiltbrand, der sich von Daniel Bumann unfair behandelt fühlt. Hiltbrand ist überzeugt, dass Restauranttester Bumann sein Restaurant "kaputt gemacht" hat ("persoenlich.com" berichtete). René Hiltbrand erwägt nun, sogar gerichtlich vorzugehen: "Uns haben andere Leute angerufen und gefragt, ob wir eine Sammelklage oder etwas sonst gegen den Sender und gegen die Produzenten machen." Am Dienstag meldete sich ein weiterer Beizer zu Wort. Auch Roger Maag des Gasthauses "Zum Truben" sieht sich aufgrund der harten Urteile des Starkochs gezwungen, seine Beiz zu schliessen, wie Blick.ch schreibt. "Nach der Ausstrahlung kamen noch weniger Gäste als davor. Und seit einiger Zeit kommen nicht einmal mehr die Stammgäste vorbei."
"persoenlich.com" hat bei 3+-Chef Dominik Kaiser nachgefragt, wie er zu den Vorwürfen steht.
Herr Kaiser, Daniel Bumann urteilte unter anderem mit Sätzen wie "Das Essen ist ein Desaster" und "Hier ist es gruusig-schmuddelig". Das ist nicht unbedingt eine konstruktive Kritik.
Daniel Bumann kommt nicht ohne Grund zu seinem Urteil. Er möchte mit seiner Arbeit den Restaurants helfen. Dies geht oft nur mit sehr klaren Worten. Um den heissen Brei rumreden bringt nichts, wenn die vorgefundenen Zustände derart schlimm sind. Gerade im Restaurant, dem Ort wo wir alle essen, muss man solche Punkte klar ansprechen. Daniel Bumann stellt in jeder Sendung zuerst fest, was unbedingt verbessert werden muss. Danach zeigt er, wie man es richtig macht und hilft mit voller Kraft beim Aufbau mit. Sein Vorgehen ist sehr konstruktiv.
So klare Worte sind sicher gut für die Quote. Aber wo liegt ihrer Meinung nach die Grenze?
Es gibt diverse positive Sendungen. Harte Kritik gibts nur in Restaurants, wo diese auch angebracht ist. Die Kritik ist immer klar auf das Verhalten der Wirte oder das Essen bezogen und nie beleidigend. Schlechtes Essen oder Schmutz zu loben würde sicher keinen Sinn machen.
Roger Maag wirft Bumann weiter vor, dass der Restauranttester keine Tipps bringe, wie man neue Gäste anlocke.
Die Sendung ist auf www.3plus.tv kostenlos online abrufbar. Man kann sich jederzeit selbst ein Bild darüber machen. Bumann hat auch in dieser Sendung mit viel Herzblut und Kraft geholfen und Tipps gegeben. Konzept der Sendung ist es Wirten mit viel Unterstützung zu helfen. Dazu braucht es natürlich auch einen Wirt, der sich helfen lassen will und die Ratschläge danach auch umsetzt.
René Hiltbrand empört sich zudem, dass die für ihn angeblich "massiv schädigende" Sendung weiterhin ausgestrahlt wird, obwohl er gebeten habe, dies nicht mehr zu tun. Warum?
Ob seine Behauptung wirklich stimmt kann ich nicht beurteilen. Ohne Grund hat er sich sicher nicht angemeldet. Es gibt eine klare Vereinbarung mit jedem einzelnen Wirt. Diese wissen, dass es um eine kritische Beurteilung ihres Restaurants in der Sendung geht. Wir haben viel Geld in die Produktion der Sendung investiert. Wiederholungen zu Randzeiten sind da ganz normal.
Stehen aufgrund der Kritik Änderungen am Format zur Diskussion?
Es gibt auch in der nächsten Staffel, welche Ende Monat startet, positive und negative Fälle. Wir wollen ein realistisches Bild zeigen. Änderungen sind keine geplant.
Interview: Corinne Bauer.

